Straßenbau Wienab dem Kanal gerechnet,nicht ab dem Asphalt.
Vom ausführenden Bauunternehmen — nicht vom Vermittler.
100 Meter Straße kosten je nach Ausführung zwischen 12.500 Euro und weit über einer Million. Der Unterschied liegt nicht im Belag, sondern darin, ob Kanal, Wasser, Strom und Beleuchtung mitgebaut werden. Wir bauen Schotterwege, Privatstraßen, Zufahrten und Erschließungen – mit oder ohne Leitungen.
Was wir unter Straßenbau verstehen
Straßenbau reicht vom verdichteten Schotterweg über die asphaltierte Hofzufahrt bis zur vollständigen Erschließung mit Kanal, Wasser, Strom und Beleuchtung. Für Sie als Auftraggeber macht es keinen Unterschied, wie viele Gewerke daran hängen – Sie haben einen Vertrag, einen Bauzeitplan und einen Ansprechpartner. Für die Kalkulation macht es den ganzen Unterschied, und genau deshalb beginnt jede Anfrage mit derselben Klärung: Wird eine Fläche befestigt oder wird eine Trasse erschlossen?
Im ersten Fall bauen wir auf dem gewachsenen Untergrund auf und die Arbeit ist in Tagen bis wenigen Wochen erledigt. Im zweiten Fall kommen Leitungsträger, Bewilligungen, Abnahmen und eine Bauzeit dazu, in der die Zufahrten der Anrainer funktionieren müssen. Beides führen wir aus – nur mit völlig unterschiedlichem Aufwand, und diesen Unterschied machen wir im Angebot sichtbar statt ihn in einer Pauschale zu verstecken.
Der häufigste Anlass für eine Anfrage ist eine Straße, die seit Jahren als Schotterweg genutzt wird und nun befestigt werden soll, weil die Anrainer den Staub und die Schlaglöcher satt haben. Der zweithäufigste ist eine Baulandwidmung, bei der eine Zufahrt samt Leitungen erst entstehen muss. Für den ersten Fall steht die Kostenspanne unten in dieser Seite, für den zweiten die Rechnung je Laufmeter Trasse.
Warum Preisangaben aus dem Internet hier nicht funktionieren
Wer nach Straßenbaukosten sucht, findet Spannen von 1.500 Euro bis 1,8 Millionen für 100 Meter. Beide Zahlen sind für sich genommen richtig und für ein Angebot unbrauchbar, weil sie zwei völlig verschiedene Dinge beschreiben.
| Angabe | Was gemeint ist | Umgerechnet bei 5 m Breite | Warum die Zahl irreführt |
|---|---|---|---|
| 1.500 € für 100 m | Schotter auf vorhandenem Untergrund aufgestreut | 3 €/m² | deckt nicht einmal das Material: 25 cm Schotter kosten allein 8–15 €/m² angeliefert |
| 1,8 Mio. € für 100 m | vollständige Erschließung samt Infrastruktur | 3.600 €/m² | enthält Kanal, Wasser, Strom, Gas, Daten, Beleuchtung, Gehsteige, Verkehrsführung – die Fahrbahn ist darin ein Nebenposten |
Was Straßenbau in Wien und Umgebung kostet
Richtwerte netto, Stand 2026. Die erste Tabelle gilt für die Fahrbahn ohne Leitungen, die zweite für die Trasse mit Leitungen. Verbindlich nach Begehung und Klärung des Leitungsbestands.
Fahrbahn ohne Leitungen
| Ausführung | Preis netto | 100 m bei 3 m Breite | 100 m bei 5 m Breite |
|---|---|---|---|
| Schotterweg, verdichtet | 25–55 €/m² | 7.500–16.500 € | 12.500–27.500 € |
| Schotterweg mit Randeinfassung und Entwässerung | 55–95 €/m² | 16.500–28.500 € | 27.500–47.500 € |
| Asphalt, Pkw-Zufahrt | 95–160 €/m² | 28.500–48.000 € | 47.500–80.000 € |
| Asphalt, Schwerlast | 130–210 €/m² | 39.000–63.000 € | 65.000–105.000 € |
| Privatstraße mit Randsteinen und Entwässerung | 160–260 €/m² | 48.000–78.000 € | 80.000–130.000 € |
Der Sprung von 160 auf 260 Euro je Quadratmeter kommt fast ausschließlich von Entwässerung und Randeinfassung, nicht vom Asphalt. Randsteine mit Fundament und Rückenstütze kosten 38 bis 95 Euro je Laufmeter, eine Rinne mit Rost 120 bis 320 Euro, ein Straßenablauf 650 bis 1.800 Euro je Stück. Bei 100 Metern beidseitiger Randeinfassung sind das allein 7.600 bis 19.000 Euro.
Trasse mit Leitungen
| Gewerk | Preis je Laufmeter Trasse | Was enthalten ist |
|---|---|---|
| Kanal, Schmutzwasser | 280–650 € | Graben, Bettung, Rohr, Verfüllung, Verdichtung |
| Kanal, Regenwasser | 220–520 € | je nach Durchmesser und Tiefe |
| Schächte | 1.200–3.800 € je Stück | alle 30–50 m erforderlich |
| Wasserleitung | 120–320 € | Rohr, Armaturen, Spülung, Druckprobe |
| Strom- und Datenleitungen | 90–260 € | Leerrohre, Sandbettung, Warnband, Kabelzug durch den Netzbetreiber |
| Gasleitung | 140–340 € | Ausführung durch den Netzbetreiber, Graben durch uns |
| Straßenbeleuchtung | 750–2.400 € je Lichtpunkt | Fundament, Mast, Leuchte, Verkabelung |
| Wiederherstellung der Fahrbahn über der Trasse | 95–210 €/m² | Aufbau und Belag nach dem Verfüllen |
Summe rund 91.500 € netto, das sind 183 €/m² oder 915 € je Laufmeter Straße. Entwässerung und Randeinfassung machen darin gut ein Viertel aus.
Summe rund 208.300 € netto, also 2.083 € je Laufmeter. Die Fahrbahn macht 44 Prozent aus – bei aufwendigeren Erschließungen mit tieferem Kanal, Pumpwerk oder Gehsteigen sinkt ihr Anteil auf unter 20 Prozent.
Welche Art von Straße gebaut wird
Die Begriffe werden im Alltag durcheinandergebracht, unterscheiden sich aber in Aufbau, Genehmigung und Erhaltungspflicht erheblich.
| Typ | Was ihn ausmacht | Typischer Aufbau | Wer erhält sie |
|---|---|---|---|
| Schotterweg, Wirtschaftsweg | befestigt, aber ohne gebundene Decke | 20–30 cm Schotter, verdichtet | Eigentümer |
| Private Zufahrt | ein Grundstück, Pkw-Verkehr | Frostkoffer, Tragschicht, Asphalt 6+3 cm | Eigentümer |
| Privatstraße | mehrere Grundstücke, Anrainerverkehr, oft Müllabfuhr | wie Zufahrt, plus Entwässerung und Randeinfassung | Eigentümer oder Wegegemeinschaft |
| Erschließungsstraße | neue Bauplätze, mit Leitungen in der Trasse | volle Ausführung inklusive Infrastruktur | zunächst Bauträger, oft spätere Übernahme |
| Gemeindestraße | öffentlich gewidmet | nach Vorgaben des Trägers | Gemeinde beziehungsweise Stadt |
| Betriebsstraße | Werks- und Lagerverkehr, Lkw | verstärkter Aufbau, 70–80 cm gesamt | Betrieb |
Der Übergang zwischen Privatstraße und Gemeindestraße ist der Punkt, an dem Projekte oft hängen bleiben. Soll eine private Erschließung später von der Gemeinde übernommen werden, muss sie von Anfang an nach deren Vorgaben gebaut werden – Breite, Aufbau, Radien, Entwässerung, Beleuchtung, teils auch Gehsteige. Wer günstiger baut und auf eine spätere Übernahme hofft, zahlt die Differenz später als Nachrüstung, und zwar am fertigen Objekt.
Die Reihenfolge: warum zuerst gegraben wird
Im Straßenbau entscheidet die Reihenfolge über die Kosten stärker als jede Materialwahl. Alles, was unter der Fahrbahn liegt, muss vor der Fahrbahn fertig sein – sonst wird sie zweimal gebaut.
Entwässerung: wohin das Wasser darf
Eine Straße erzeugt versiegelte Fläche, und das anfallende Niederschlagswasser muss geregelt abgeführt werden. Was zulässig ist, hängt von Boden, Grundwasser und Bewilligung ab.
| Variante | Wann sie infrage kommt | Größenordnung |
|---|---|---|
| Versickerung über Bankett oder Mulde | durchlässiger Boden, Platz vorhanden | günstig, 40–120 €/lfm |
| Sickerschächte | begrenzter Platz, Boden geeignet | 1.200–3.500 € je Schacht |
| Straßenabläufe mit Anschluss an den Kanal | dichter Boden, Kanal vorhanden und bewilligt | 650–1.800 € je Ablauf plus Leitung |
| Rückhaltebecken oder Retention | größere Flächen, Auflage des Trägers | projektabhängig |
| Rinnen als Linienentwässerung | Tore, Übergänge, Gefällewechsel | 120–320 €/lfm |
Die Entscheidung fällt nicht auf der Baustelle, sondern in der Planung: Eine Versickerungslösung verlangt anderen Unterbau als eine Fläche, die auf Einläufe entwässert, und die Zulässigkeit hängt an Auflagen. Wir klären das vor dem Aushub, weil sich danach Gefälle und Höhenlage der gesamten Straße daraus ableiten.
Der Aufbau: was unter der Straße liegt
Eine Straße trägt nicht wegen ihrer Decke, sondern wegen des Aufbaus darunter. Die Dicken richten sich nach dem schwersten Fahrzeug, das regelmäßig fährt – und das ist bei einer Wohnstraße nicht der Pkw, sondern das Müllfahrzeug.
| Nutzung | Frostschutz | Tragschicht | Asphalt | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Fuß- und Radweg | 20–25 cm | – | 3 cm | etwa 25–30 cm |
| Private Zufahrt, Pkw | 25–30 cm | 15 cm | 6 + 3 cm | etwa 45–55 cm |
| Privatstraße mit Müllabfuhr | 30–35 cm | 20 cm | 8 + 4 cm | etwa 60–70 cm |
| Gemeindestraße, Durchzugsverkehr | 35–40 cm | 20–25 cm | 8–10 + 4 cm | etwa 70–80 cm |
| Betriebsstraße, Schwerverkehr | 40 cm | 25 cm | 10 + 4 cm | etwa 80 cm |
Dazu kommt der Untergrund selbst: Ist er bindig, weich oder wasserführend, reicht der Standardaufbau nicht. Dann wird entweder tiefer ausgetauscht, ein Geotextil oder Geogitter eingelegt oder der Untergrund stabilisiert. Diese Entscheidung fällt nach dem Aushub, wenn das Planum offen liegt – deshalb steht sie in unseren Angeboten als Bedarfsposition mit Einheitspreis und nicht als Überraschung.
| Befund am Planum | Maßnahme | Mehrkosten |
|---|---|---|
| Tragfähiger Kies oder Schotter | verdichten, Aufbau wie geplant | keine |
| Bindiger Boden, feucht | Geotextil als Trennlage, stärkerer Frostkoffer | 8–22 €/m² |
| Weicher Untergrund | Bodenaustausch, teils mit Geogitter | 25–70 €/m² |
| Wasserführende Schicht | Sickerleitung im Bankett, Ableitung | 45–120 €/lfm |
| Altlasten oder belastetes Material | Beprobung, gesonderte Entsorgung | nach Befund |
Bauzeit und Vorlauf
| Projekt | Bauzeit | Vorlauf | Was den Vorlauf bestimmt |
|---|---|---|---|
| Schotterweg 100 m | 3–6 Tage | 1–2 Wochen | Materialdisposition |
| Asphaltierte Zufahrt 100 m | 1–2 Wochen | 2–4 Wochen | Termin im Asphaltwerk, Wetter |
| Privatstraße 100 m mit Entwässerung | 2–4 Wochen | 3–6 Wochen | Bewilligung der Entwässerung |
| Erschließung 100 m mit Leitungen | 6–12 Wochen | 2–6 Monate | Abstimmung mit allen Leitungsträgern |
| Gemeindeauftrag nach Ausschreibung | nach Leistungsverzeichnis | Verfahrensdauer | Vergabeverfahren und Einspruchsfristen |
Bei Erschließungen ist der Vorlauf fast immer länger als die Bauzeit. Jeder Leitungsträger hat eigene Vorlaufzeiten, eigene Vorgaben zu Tiefe und Bettung und eigene Abnahmen. Wer im Frühjahr bauen will, sollte im Herbst davor mit der Abstimmung beginnen – das ist der realistische Zeitrahmen, nicht der pessimistische.
Wer welche Leitung verlegt
In einer Erschließungstrasse arbeiten mehrere Beteiligte, und nicht alles darf jeder ausführen. Die Aufteilung ist in jedem Projekt ähnlich:
| Gewerk | Wer gräbt | Wer verlegt und schließt an | Wer nimmt ab |
|---|---|---|---|
| Kanal | wir | wir, nach Vorgaben des Trägers | Träger, mit Dichtheitsprüfung |
| Wasserleitung | wir | wir oder Fachbetrieb, je nach Vorgabe | Wasserversorger, mit Druckprobe und Spülung |
| Strom | wir | Netzbetreiber zieht die Kabel | Netzbetreiber |
| Gas | wir | Netzbetreiber | Netzbetreiber |
| Telekommunikation | wir | Anbieter, wir legen Leerrohre | Anbieter |
| Straßenbeleuchtung | wir | konzessionierter Elektrotechniker | Auftraggeber mit Prüfbefund |
Daraus folgt der eigentliche Aufwand eines Erschließungsprojekts: Es müssen fünf bis sieben Beteiligte in derselben Trasse koordiniert werden, jeder mit eigenen Terminen und eigenen Abnahmen. Genau das ist unsere Aufgabe als ausführendes Unternehmen – ein gemeinsamer Graben statt sechs einzelner, eine Reihenfolge, die funktioniert, und eine Wiederherstellung, die erst beginnt, wenn alle fertig sind.
Was Sie am Ende bekommen
- Bestandsdokumentation der Leitungen mit Lage und Tiefe – die Grundlage für jede spätere Grabung und für Käufer der Bauplätze.
- Verdichtungsnachweise für Gräben und Tragschichten.
- Prüfprotokolle: Dichtheitsprüfung beim Kanal, Druckprobe und Spülung bei Wasser, Befund bei der Beleuchtung.
- Aufbaubeschreibung mit Schichtdicken und Materialien.
- Fotodokumentation von Graben, Bettung, Verfüllung und Planum – alles, was danach unsichtbar ist.
- Abnahmeprotokoll nach ÖNORM B 2110 mit Mängelliste und Fristen.
Für Erschließungen, die später an eine Gemeinde übergehen sollen, ist die Bestandsdokumentation der wichtigste Teil. Ohne sie wird eine Übernahme regelmäßig abgelehnt, weil niemand Verantwortung für Leitungen übernimmt, deren Lage nicht dokumentiert ist.
Privatstraße: wer zahlt, wer erhält, wer haftet
Bei Privatstraßen und gemeinsam genutzten Zufahrten entstehen die meisten Konflikte nicht beim Bau, sondern danach. Diese Punkte sollten vor Baubeginn schriftlich geklärt sein:
| Frage | Warum sie zählt | Empfehlung |
|---|---|---|
| Wem gehört der Grund? | bestimmt, wer bauen darf und wer erhält | Grundbuchstand prüfen, Dienstbarkeiten beachten |
| Wer trägt die Baukosten? | meist mehrere Anrainer | Aufteilungsschlüssel vorab festhalten, etwa nach Grundstücksgröße oder Nutzung |
| Wer erhält die Straße später? | Schneeräumung, Reparaturen, Beleuchtung | Vereinbarung über laufende Kosten treffen |
| Wer haftet bei Unfällen? | Wegehalterhaftung trifft den Halter | Zuständigkeit und Versicherung klären |
| Winterdienst | ungeräumte Privatstraßen sind ein Haftungsthema | Dienstleister beauftragen oder Turnus festlegen |
| Spätere Übernahme durch die Gemeinde | nur bei normgerechter Ausführung möglich | Vorgaben vorab einholen und danach bauen |
Aus Bausicht ist vor allem der letzte Punkt relevant, weil er den Aufbau bestimmt. Wir fragen deshalb bei jeder Privatstraße nach, ob eine Übernahme angedacht ist – und holen im Zweifel die Vorgaben ein, bevor kalkuliert wird. Der Mehrpreis für eine übernahmefähige Ausführung liegt meist bei 15 bis 30 Prozent; die Nachrüstung einer fertigen Straße kostet ein Vielfaches davon.
Verkehrsführung während der Bauzeit
Bei Straßen ist die Baustelle selbst ein eigenes Thema, weil Anrainer, Lieferverkehr, Müllabfuhr und Einsatzfahrzeuge weiterkommen müssen.
- Abschnitte statt Vollsperre. Gearbeitet wird in Teilstücken, damit jede Zufahrt erreichbar bleibt – ausgenommen einzelne Tage, etwa beim Asphalteinbau.
- Stahlplatten als Überfahrt. Offene Gräben werden für Zufahrten überbrückt, damit niemand tagelang abgeschnitten ist.
- Ankündigung und Aushang. Zeitraum, Abschnitte, Ansprechpartner – zwei Wochen vorher, so wie im Wohnbau auch.
- Müllabfuhr abstimmen. Wo das Fahrzeug nicht einfahren kann, wird ein Sammelpunkt vereinbart, statt die Tonnen stehen zu lassen.
- Einsatzfahrzeuge. Die Durchfahrt für Rettung und Feuerwehr muss jederzeit gewährleistet sein; das gehört ins Verkehrskonzept.
- Beschilderung und Absicherung nach Vorgabe, bei Arbeiten im öffentlichen Bereich mit Bewilligung.
Diese Maßnahmen stehen bei uns als eigene Positionen im Angebot. Sie wirken auf den ersten Blick wie Beiwerk und sind der Grund, warum Straßenbaustellen in Wohngebieten funktionieren oder eskalieren.
Arbeiten für Gemeinden und öffentliche Auftraggeber
Straßenbau ist der Bereich, in dem wir am häufigsten für Gemeinden, Verbände und öffentlich beeinflusste Auftraggeber arbeiten. Dabei gelten andere Regeln als bei privaten Aufträgen – nicht bautechnisch, sondern im Verfahren.
| Thema | Was gilt | Was wir dafür liefern |
|---|---|---|
| Vergabeverfahren | je nach Auftragswert Direktvergabe, Verhandlungsverfahren oder offene Ausschreibung nach dem Bundesvergabegesetz | Angebot nach Ausschreibungsunterlage, vollständig und fristgerecht |
| Leistungsverzeichnis | Positionen und Mengen werden vom Auftraggeber vorgegeben | Preise je Position, keine Pauschalen, keine Alternativen ohne Kennzeichnung |
| Vertragsgrundlage | in der Regel ÖNORM B 2110, oft mit ergänzenden Vertragsbestimmungen | Abwicklung nach Norm, Abnahme, Deckungs- und Haftrücklass |
| Nachweise | Gewerbeberechtigung, Versicherung, Referenzen, Eignungsnachweise | vollständige Unterlagen mit dem Angebot |
| Subunternehmer | müssen benannt und teils genehmigt werden | namentliche Nennung samt Konzession im Angebot |
| Bauzeit und Pönale | Termine sind vertraglich fixiert, Verzug wird sanktioniert | realistischer Bauzeitplan statt optimistischer Zusagen |
| Verkehrsführung | Anrainer, Zufahrten, Müllabfuhr, Einsatzfahrzeuge bleiben erreichbar | Verkehrskonzept, Beschilderung, Abstimmung mit der Behörde |
| Abrechnung | nach tatsächlich erbrachten Mengen, prüffähig | Aufmaß gemeinsam, Rechnung nach Positionen |
Die Schwellenwerte, bis zu denen eine Direktvergabe zulässig ist, werden per Verordnung geregelt und wurden in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst. Welcher Wert im konkreten Fall gilt, weiß der Auftraggeber – wir richten uns danach und liefern das Angebot in der Form, die das jeweilige Verfahren verlangt.
Breiten, Radien und was die Feuerwehr braucht
Bei Privatstraßen und Erschließungen bestimmen nicht die Pkw die Maße, sondern die größten regelmäßig verkehrenden Fahrzeuge: Müllabfuhr, Lieferverkehr und Einsatzfahrzeuge.
| Element | Praxiswert | Warum |
|---|---|---|
| Fahrbahnbreite einspurig | 3,0–3,5 m | Pkw-Verkehr mit Ausweichstellen |
| Fahrbahnbreite begegnungsfähig | 5,0–5,5 m | zwei Fahrzeuge können aneinander vorbei |
| Zufahrt für Einsatzfahrzeuge | nach Vorgabe, meist ab 3,5 m | Durchfahrtsbreite und Tragfähigkeit sind geregelt |
| Kurvenradius innen | ab etwa 5 m | Müllfahrzeug und Feuerwehr brauchen Schleppkurve |
| Wendehammer | Durchmesser nach Fahrzeugtyp | sonst muss rückwärts gefahren werden, was Müllabfuhren ablehnen |
| Längsneigung | bis etwa 10 %, im Winter kritisch | steiler wird bei Schnee unbefahrbar |
| Tragfähigkeit | nach schwerstem Fahrzeug | ein Müllfahrzeug wiegt beladen über 20 Tonnen |
Ein Punkt, der in der Planung regelmäßig untergeht: Die Müllabfuhr fährt nur, wenn Breite, Radien und Wendemöglichkeit passen. Fehlt der Wendehammer, müssen die Tonnen an den Beginn der Straße gebracht werden – für die Anrainer jeden Dienstag. Das lässt sich später nur mit Grundablöse lösen, also praktisch gar nicht.
Sanierung bestehender Straßen
| Schaden | Ursache | Maßnahme | Preis netto |
|---|---|---|---|
| Schlaglöcher, einzeln | Wassereintritt, Frost | ausschneiden, neu einbauen | 180–450 € je Stelle |
| Setzungen über Leitungsgräben | Graben schlecht verdichtet | Bereich öffnen, verdichten, neu aufbauen | 120–260 €/m² |
| Netzrisse über die Fläche | Unterbau am Ende | Vollaufbau erneuern | 95–210 €/m² |
| Ausgebrochene Ränder | keine Randeinfassung | Randstein setzen, Rand ergänzen | 38–95 €/lfm |
| Frostaufbrüche nach dem Winter | zu dünner oder nasser Frostkoffer | örtlich erneuern, Entwässerung prüfen | nach Fläche |
| Abgesackte Schachtdeckel | Verdichtung rund um den Schacht | Schachtbereich neu einbinden | 450–1.400 € je Schacht |
Bei Gemeindestraßen kommt regelmäßig die Frage auf, ob eine Deckensanierung reicht oder der Unterbau mitgemacht werden muss. Die ehrliche Antwort hängt am Schadensbild: Einzelne Schlaglöcher und Ränder lassen sich reparieren, netzartige Risse über die Fläche nicht. Wer dort nur die Decke erneuert, kauft zwei bis drei Jahre – das kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn ohnehin eine Leitungssanierung ansteht, und ist es nicht, wenn danach zwanzig Jahre Ruhe erwartet wird.
Warum Straßen im Winter kaputtgehen
Die meisten Straßenschäden entstehen nicht durch Verkehr, sondern durch Wasser in Verbindung mit Frost. Deshalb sind die entscheidenden Bauteile nicht Asphalt und Tragschicht, sondern Entwässerung und Frostkoffer.
| Vorgang | Was passiert | Was dagegen hilft |
|---|---|---|
| Wasser dringt über Risse und offene Ränder ein | sammelt sich in der Tragschicht | Risse früh vergießen, Randeinfassung erhalten |
| Das Wasser gefriert | dehnt sich aus, hebt den Belag an | durchlässiger Frostkoffer, in dem kein Wasser steht |
| Es taut wieder auf | der Aufbau sackt ungleichmäßig zusammen | ausreichende Dicke und Verdichtung |
| Fahrzeuge belasten die geschwächte Stelle | der Belag bricht auf, ein Schlagloch entsteht | Schäden im Frühjahr sofort schließen |
| Streusalz gelangt in den Aufbau | greift Beton und Bewehrung an, Asphalt weniger | Entwässerung, die salzhaltiges Wasser abführt |
Daraus folgt eine einfache Erhaltungsregel: Wer im Frühjahr die aufgegangenen Risse vergießt und die Einläufe reinigt, verlängert die Lebensdauer der Fläche um Jahre. Wer wartet, bis Schlaglöcher entstehen, saniert nicht mehr die Oberfläche, sondern den Aufbau – und das kostet das Zehnfache.
Die häufigsten Fehler im Straßenbau
| Fehler | Warum er passiert | Folge |
|---|---|---|
| Leitungen nach der Fahrbahn | Anschlüsse nicht vollständig abgefragt | fertige Straße wird aufgeschnitten, 2.500–6.000 € je Querung |
| Gräben schlecht verdichtet | spart Zeit, wird nicht kontrolliert | Setzungen im Belag entlang der Trasse |
| Kein Wendehammer | Fläche wird gespart | Müllabfuhr fährt nicht ein, später kaum lösbar |
| Zu geringe Breite oder Radien | Planung nach Pkw statt nach Müllfahrzeug | Fahrzeuge kommen nicht durch, Randschäden |
| Entwässerung nicht geklärt | gilt als Detail | stehendes Wasser, Frostschäden, Auflagenverstoß |
| Aufbau unter Gemeindeniveau | Übernahme wird vorausgesetzt, nicht geprüft | Gemeinde übernimmt nicht, Nachrüstung am fertigen Objekt |
| Keine Verkehrsführung geplant | Baustelle wird unterschätzt | Anrainerbeschwerden, Baustopp, Verzug |
| Pauschalangebot ohne Mengen | wirkt einfacher | nicht prüffähig, Nachträge nicht nachvollziehbar |
Woran Sie zwei Angebote vergleichbar machen
- Getrennte Blöcke für Leitungen und Fahrbahn – sonst lässt sich nicht erkennen, was wofür kalkuliert wurde.
- Grabenmeter mit Tiefe und Breite, nicht nur „Kanal, 100 m".
- Aushub und Entsorgung in Kubikmetern, mit Angabe, ob Material wieder eingebaut wird.
- Schichtdicken in Zentimetern für Frostkoffer, Tragschicht und Asphalt.
- Randeinfassung und Entwässerung in Laufmetern und Stück.
- Verdichtungsnachweise, besonders über den Gräben.
- Verkehrsführung und Wiederherstellung als eigene Positionen.
Bei öffentlichen Ausschreibungen sind diese Punkte im Leistungsverzeichnis ohnehin vorgegeben. Bei privaten Projekten fehlen sie oft – und genau dort entstehen die Nachträge, weil niemand festgelegt hat, wie tief gegraben und wie stark aufgebaut wird.
Was wir im Straßenbau selbst ausführen
Damit klar ist, wo wir mit eigenen Leuten arbeiten und wo konzessionierte Partnerbetriebe übernehmen:
| Leistung | Ausführung |
|---|---|
| Aushub, Planum, Bodenaustausch, Verdichtung | eigene Ausführung |
| Gräben für alle Leitungen, Bettung, Verfüllung | eigene Ausführung |
| Kanal und Regenwasserleitungen, Schächte | eigene Ausführung nach Vorgaben des Trägers |
| Frostkoffer, Tragschicht, Randeinfassung, Entwässerung | eigene Ausführung |
| Asphalttrag- und Deckschicht | eigene Ausführung mit Asphaltkolonne |
| Pflaster- und Betonflächen | eigene Ausführung |
| Elektroarbeiten an der Beleuchtung | konzessionierter Elektrotechniker, im Angebot namentlich genannt |
| Gas- und teils Wasseranschlüsse | Netzbetreiber beziehungsweise befugter Fachbetrieb |
| Vermessung und Statik, wo erforderlich | Ziviltechniker als Partnerbetrieb |
Diese Aufteilung steht in jedem Angebot, weil sie für öffentliche Auftraggeber ein Eignungskriterium ist und für private Bauherren die Frage beantwortet, wer im Schadensfall zuständig ist. Die Koordination aller Beteiligten bleibt bei uns – das ist der Kern der Leistung, nicht ein Zusatz.
Abgrenzung zu unseren anderen Leistungen
| Ihr Vorhaben | Passende Seite |
|---|---|
| Nur die Fläche asphaltieren, keine Leitungen | Asphaltierung |
| Gepflasterte Ausführung | Pflasterung |
| Kanal, Anschluss, Senkgrube auflassen | Kanalbau |
| Wasser- und Druckleitungen | Rohrleitungsbau |
| Aushub, Gelände, Planum | Erdbewegungen |
| Stützmauern entlang der Trasse | Stützmauer |
| Hallen- und Betriebsböden | Industrieboden sanieren |
Wann Sie uns nicht brauchen
Für ein einzelnes Schlagloch oder eine kurze Ausbesserung genügt eine Reparaturkolonne. Wir lohnen uns, sobald Trasse, Leitungen, Unterbau, Entwässerung und Belag zusammenkommen, wenn eine Erschließung nach Vorgaben eines Trägers entstehen soll oder wenn ein öffentlicher Auftraggeber ein prüffähiges Angebot nach Leistungsverzeichnis braucht.
Häufige Fragen zum Straßenbau in Wien
Was kostet eine Erschließung je Bauplatz?
Warum ist ein gemeinsamer Graben günstiger?
Was ist, wenn der Untergrund nicht trägt?
Wer haftet bei einer Privatstraße?
Was kostet es mehr, übernahmefähig zu bauen?
Was gehört in die Bestandsdokumentation?
Was kosten 100 Meter Straße?
Warum findet man im Internet Angaben von 1.500 € bis 1,8 Mio.?
Rechnet man in Quadratmetern oder Laufmetern?
Was kostet ein Schotterweg?
Warum ist die Privatstraße teurer als die Zufahrt?
In welcher Reihenfolge wird gebaut?
Was passiert, wenn ein Anschluss vergessen wird?
Lohnen sich Leerrohre auf Vorrat?
Warum sackt es über Leitungsgräben ab?
Wie breit muss eine Privatstraße sein?
Braucht es einen Wendehammer?
Wohin darf das Regenwasser?
Kann eine Privatstraße später von der Gemeinde übernommen werden?
Arbeiten Sie für Gemeinden?
Wie läuft ein Vergabeverfahren ab?
Wer führt Elektroarbeiten an der Beleuchtung aus?
Was kostet Straßenbeleuchtung?
Bleibt die Straße während der Bauzeit befahrbar?
Wie lange dauert eine Erschließung über 100 Meter?
Was ist mit Winterschäden?
Reicht es, nur die Deckschicht zu erneuern?
Wie läuft die Abrechnung bei öffentlichen Aufträgen?
Was ist mit Leitungen, die nicht in den Plänen stehen?
Können Sie auch nur einzelne Gewerke übernehmen?
Wie schnell bekomme ich eine Einschätzung?
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Nach Abschluss übernimmt unsere Partnerfirma Bling Premium Reinigung die Reinigung der angrenzenden Flächen und Zufahrten. Mehr unter bling-bling.at.
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Hinweis: Skyline Bau ist die Markenbezeichnung des Bau- und Sanierungsbereichs der Bling Bling GmbH und keine eigenständige Rechtsperson. Vertragspartner ist ausschließlich die Bling Bling GmbH. Die Bling Bling GmbH ist eingeschränkter Baugewerbetreibender nach § 99 GewO und kein konzessionierter Baumeister. Nach § 99 Abs. 5 GewO ist die Bezeichnung „Baumeister“ konzessionierten Betrieben nach § 94 Z 5 GewO vorbehalten. Reglementierte Gewerke — Baumeister-Leistungen, Statik, Gas- und Sanitärtechnik, Elektrotechnik — werden ausschließlich durch befugte, konzessionierte Partnerbetriebe ausgeführt.