Industrieboden sanieren Wienaufschneiden, ausbrechen,neu betonieren.
Vom ausführenden Bauunternehmen — nicht vom Vermittler.
Die Instandsetzung schadhafter Stellen in Industrie- und Gewerbeböden kostet in Wien 180 bis 650 Euro pro Quadratmeter. Schadstelle aufschneiden, Altbeton ausbrechen und entsorgen, Untergrund vorbereiten, mit Stahlfaserbeton oder bewehrtem Beton neu herstellen, ausgleichen, aushärten lassen, Oberfläche wiederherstellen.
Beschichten oder betonieren: die entscheidende Unterscheidung
Bevor über Material gesprochen wird, muss klar sein, welche Art von Schaden vorliegt. Beide Wege sind richtig – für unterschiedliche Fälle.
| Befund | Was hilft | Was nicht hilft |
|---|---|---|
| Oberfläche staubt, ist abgerieben oder fleckig | schleifen, imprägnieren, beschichten | Neuherstellung wäre unverhältnismäßig |
| Feine Risse ohne Höhenversatz | Rissverharzung, danach Oberfläche | Beschichtung allein reißt nach |
| Ausgebrochene Kanten an Fugen | Kantenaufbau mit Reparaturmörtel oder Beton | Beschichtung bricht sofort wieder aus |
| Löcher, Abplatzungen, Schlaglöcher | aufschneiden, ausbrechen, neu betonieren | Spachtelmasse hält der Belastung nicht stand |
| Risse mit Versatz, Platte bewegt sich | Ursache prüfen, Bereich neu herstellen, Fugen neu anlegen | jede Oberflächenlösung |
| Bereich abgesackt, Hohllage unter der Platte | Untergrund verdichten oder verpressen, dann neu betonieren | Ausgleichsmasse – sie sackt mit |
| Durchschlagene Stellen im Hantelbereich | konstruktiv neu herstellen, Aufbau an die Belastung anpassen | Ausbessern mit Reparaturmörtel |
Was die Instandsetzung kostet
Richtwerte netto, Stand 2026, für Wien. Verbindlich nach Begehung, weil Schichtdicke, Zugänglichkeit und Betonqualität den Preis bestimmen.
| Umfang | Was gemacht wird | Preis netto | Ausfallzeit |
|---|---|---|---|
| Kleine Schadstellen, punktuell | aufschneiden, ausbrechen, neu betonieren, schleifen | 380–650 €/m² | 2–5 Tage je Bereich |
| Zusammenhängende Flächen ab 20 m² | abschnittsweise Neuherstellung mit Anschluss an den Bestand | 220–420 €/m² | 5–10 Tage |
| Ganze Hallen- oder Raumfläche | Abbruch des Altbodens, neuer Aufbau | 180–320 €/m² | 2–4 Wochen |
| Nur Fugen und Kanten | Fugen ausschneiden, Kanten aufbauen, neu verfüllen | 45–130 €/lfm | 1–3 Tage |
| Beschichtung wiederherstellen | nach der Betonarbeit, wenn gefordert | 35–90 €/m² | 2–4 Tage |
Einzelpreise
| Position | Einheit | Preis netto | Was dazugehört |
|---|---|---|---|
| Aufschneiden mit Fugenschneider | lfm | 18–45 € | saubere Schnittkante, Wasser- oder Absaugbetrieb |
| Altbeton ausbrechen | m² | 45–120 € | abhängig von Dicke und Bewehrung |
| Bauschutt entsorgen | Tonne | 60–140 € | sortenrein getrennt, mit Nachweis |
| Untergrund vorbereiten | m² | 25–60 € | reinigen, verdichten, Haftbrücke |
| Anschlussbewehrung setzen | Stk. | 8–22 € | Dübelleisten oder Bewehrungsstäbe in den Bestand |
| Stahlfaserbeton einbringen | m³ | 340–620 € | Material, Einbau, Verdichten, Abziehen |
| Mattenbewehrung | m² | 18–35 € | alternativ zur Faserbewehrung |
| Flügelglätten | m² | 12–28 € | oberflächenfertige Betonfläche |
| Hartstoffeinstreuung | m² | 18–38 € | erhöhte Abriebfestigkeit |
| Nachbehandlung | m² | 4–12 € | Nachbehandlungsmittel oder Folie, verhindert Schwindrisse |
| Fugen schneiden und verfüllen | lfm | 22–65 € | Scheinfugen, Raumfugen, elastisch verfüllt |
| Staubschutzwand, Abschottung | psch. | 450–2.500 € | bei Arbeiten im laufenden Betrieb |
| Zuschlag Wochenend- oder Nachtarbeit | % | 15–35 % | wenn der Betrieb nicht schließen kann |
Summe rund 21.700 € netto, das sind 571 €/m², ausgeführt über zwei Wochenenden. Der Betrieb lief weiter, der Bereich war abgeschottet.
Summe rund 84.000 € netto, das sind 323 €/m². Die Fläche war nach sieben Tagen begehbar, nach 28 Tagen voll belastbar – der Einlagerungsplan wurde entsprechend abgestimmt.
Der Ablauf einer punktuellen Instandsetzung
Warum die Schnittkante über die Haltbarkeit entscheidet
Der häufigste Grund, warum eine Reparaturstelle nach wenigen Monaten erneut ausbricht, ist nicht der Beton, sondern der Rand. Wird die Schadstelle nur ausgestemmt, bleibt eine ausgefranste, schräge Kante zurück. Der neue Beton läuft dort dünn aus, und eine dünne Betonzunge bricht unter Belastung als Erstes.
| Ausführung | Folge |
|---|---|
| Schadstelle nur ausgestemmt, unregelmäßige Kante | dünn auslaufende Ränder, Ausbruch nach wenigen Monaten |
| Senkrecht geschnitten, aber zu geringe Tiefe | zu dünne Schicht, Riss entlang der Schnittkante |
| Senkrecht auf volle Tiefe geschnitten, Anschluss verdübelt | neuer Bereich arbeitet mit dem Bestand, hält dauerhaft |
| Geschnitten, aber ohne Haftbrücke | Trennrisse am Übergang, Wasser dringt ein |
Deshalb wird bei uns immer geschnitten und nie nur gestemmt – auch wenn das einen Arbeitsschritt mehr bedeutet. Die Mehrkosten liegen bei wenigen Euro je Laufmeter, der Unterschied in der Haltbarkeit bei Jahren.
Betonqualität: was wann eingebaut wird
Die Festigkeitsklasse wird nach Belastung gewählt, nicht nach Gefühl. Höher ist nicht automatisch besser – ein sehr fester Beton ist spröder und stellt höhere Anforderungen an Einbau und Nachbehandlung.
| Klasse | Typischer Einsatz | Hinweis |
|---|---|---|
| C25/30 | Lager- und Nebenflächen, geringe Belastung | wirtschaftlich, für viele Bestandsböden ausreichend |
| C30/37 | Standard im Gewerbe, Stapler, Regalbetrieb | häufigste Wahl bei Hallenböden |
| C35/45 | hohe Punktlasten, Werkstätten, Rampen | guter Kompromiss aus Festigkeit und Verarbeitbarkeit |
| C40/50 und höher | Schwerlast, Fallbelastung, Sonderfälle | verlangt exakte Nachbehandlung, sonst Schwindrisse |
| Schnellzementbeton | wenn der Betrieb nach 24 bis 48 Stunden weiterlaufen muss | teurer, dafür kaum Ausfallzeit |
Stahlfaser oder Mattenbewehrung?
| Kriterium | Stahlfaserbeton | Mattenbewehrung |
|---|---|---|
| Einbau | Fasern sind im Beton, kein Verlegen nötig | Matten müssen verlegt und gelagert werden |
| Kleine Flächen | klar im Vorteil, kein Zuschneiden | aufwendig bei unregelmäßigem Zuschnitt |
| Rissverteilung | feine Risse werden im ganzen Querschnitt gehalten | wirkt in der Bewehrungsebene |
| Fallbelastung | gut geeignet, Fasern halten Ausbrüche zusammen | Abplatzungen an der Oberfläche möglich |
| Oberfläche | einzelne Fasern können sichtbar werden | gleichmäßige Oberfläche |
| Kosten | Material teurer, Lohn geringer | Material günstiger, Lohn höher |
Für die punktuelle Instandsetzung im Bestand ist Stahlfaserbeton in den meisten Fällen die bessere Wahl: Er kommt ohne Verlegearbeit aus, funktioniert auch bei unregelmäßigen Ausbruchformen und hält Ausbrüche an den Rändern zusammen. Bei großen, neu hergestellten Flächen mit hohen Einzellasten wird beides kombiniert – Fasern für die Rissverteilung, Matten oder Stabstahl für die Tragfähigkeit. Was im konkreten Fall nötig ist, legt bei tragenden Bauteilen ein konzessionierter Statiker fest.
Aushärten: der Zeitplan, den niemand abkürzen kann
| Zeitpunkt | Was möglich ist | Was noch nicht geht |
|---|---|---|
| nach 12–24 Stunden | vorsichtig begehbar | keine Lasten, kein Gerät |
| nach 3 Tagen | leichter Betrieb, Fußverkehr | Stapler, schwere Geräte |
| nach 7 Tagen | Teilbelastung, leichte Geräte | volle Nutzlast |
| nach 28 Tagen | volle Festigkeit, volle Belastung | – |
| mit Schnellzement | Belastung oft nach 24–48 Stunden | Mehrkosten, engere Verarbeitungsfenster |
Vor einem Bodenbelag kommt zusätzlich die Restfeuchte ins Spiel: Beläge werden erst verlegt, wenn der Untergrund ausreichend trocken ist, nachgewiesen mit einer Feuchtemessung. Wer hier drängt, bekommt Blasen und Ablösungen – und dann war die gesamte Instandsetzung umsonst.
Sonderfall Fitnesscenter: Hantelbereich und Functional Area
Kein anderer Gewerbeboden wird so belastet wie der Hantelbereich. Eine Hantelscheibe mit 25 Kilogramm, die aus 1,5 Metern fällt, erzeugt eine Schlagbelastung, für die kein normaler Estrich ausgelegt ist – und sie fällt nicht einmal, sondern hundertmal am Tag, meist an denselben Stellen.
| Schadensbild | Ursache | Richtige Antwort |
|---|---|---|
| Estrich durchgeschlagen, Krater unter der Matte | Schlagbelastung auf zu dünnem oder zu weichem Aufbau | Bereich aufschneiden, mit Stahlfaserbeton konstruktiv neu herstellen |
| Matten wandern, Fugen klaffen | untauglicher Unterbau, Bewegung im Aufbau | Untergrund neu herstellen, dann Mattensystem neu verlegen |
| Risse im Bereich der Rackfüße | Punktlasten aus Geräten | Lastverteilung planen, Bereich verstärken |
| Beschwerden aus Nachbarwohnungen | Körperschall über die Konstruktion | entkoppelter Aufbau mit elastischer Zwischenschicht |
| Wiederkehrende Reparaturen an derselben Stelle | Oberflächenreparatur statt konstruktiver Lösung | einmal richtig: ausschneiden und neu betonieren |
Für den Wiederaufbau kommt es auf die Kombination an: eine tragfähige Betonplatte, darüber ein Fallschutzsystem, das die Energie aufnimmt. Die Betonplatte allein verhindert das Durchschlagen, die Matte allein verteilt nur. Wird nur eines von beidem erneuert, kehrt der Schaden zurück.
Arbeiten im laufenden Betrieb
Fitnesscenter, Lager, Werkstätten und Handelsflächen können selten wochenlang schließen. Deshalb planen wir die Instandsetzung um den Betrieb herum.
| Modell | Wie es läuft | Auswirkung auf den Preis |
|---|---|---|
| Abschnittsweise bei laufendem Betrieb | Teilfläche abgeschottet, Rest bleibt nutzbar | +10 bis 25 % |
| Wochenendarbeit | Freitagabend bis Montagfrüh, mit Schnellzement | +15 bis 35 % |
| Nachtarbeit | nur bei kurzen Abschnitten sinnvoll | deutlich teurer |
| Vollsperre des Bereichs | schnellste und günstigste Variante | Basispreis |
Was dabei zählt, ist die Abschottung. Betonstaub ist fein, aggressiv und setzt sich überall ab – in Geräten, Lüftungen, Regalen und Ware. Eine ordentliche Staubwand mit Schleuse und Unterdruckhaltung kostet einige Hundert bis wenige Tausend Euro und verhindert Schäden, die ein Vielfaches ausmachen. Deshalb steht sie bei uns als eigene Position im Angebot und nicht im Kleingedruckten.
Welche Böden wir instand setzen
| Objekt | Typische Belastung | Typischer Schaden |
|---|---|---|
| Fitnesscenter | Fallbelastung, Punktlasten aus Geräten | durchgeschlagene Bereiche im Hantelbereich |
| Lager und Logistik | Stapler, Regallasten, Rangieren | Fugenausbrüche, Risse, Hohllagen |
| Werkstatt und Produktion | Maschinenfundamente, Öl, Chemie | Abplatzungen, Absenkungen, Ölschäden |
| Tiefgarage und Parkdeck | Verkehr, Streusalz, Feuchte | Betonabplatzungen, freiliegende Bewehrung |
| Handel und Markt | Rollcontainer, Publikumsverkehr | abgefahrene Fugen, Stolperkanten |
| Gastro und Großküche | Nässe, Fett, Reinigungsmittel | zerstörte Beläge, undichte Abläufe |
| Büro und Praxis | gering, aber Optik zählt | Estrichrisse, Unebenheiten vor Belagswechsel |
In Tiefgaragen kommt ein Punkt dazu, der die Reihenfolge bestimmt: Ist die Bewehrung bereits korrodiert, reicht das Verfüllen nicht. Dann wird der Beton bis hinter die Bewehrung entfernt, der Stahl entrostet und passiviert, erst danach neu aufgebaut. Mehr dazu auf der Seite Tiefgaragensanierung.
Ursachen: warum Böden brechen
- Zu dünne Schicht. Ein Estrich von 50 Millimetern hält keine Schlag- oder Staplerlasten. Das ist kein Mangel des Estrichs, sondern eine Fehlnutzung.
- Fehlende oder falsch gesetzte Fugen. Beton schwindet. Ohne Scheinfugen sucht er sich die Risse selbst, meist diagonal über die Fläche.
- Hohllage im Untergrund. Wird die Tragschicht nicht verdichtet oder spült Wasser sie aus, verliert die Platte ihre Auflage und bricht.
- Mangelhafte Nachbehandlung. Trocknet die Oberfläche zu schnell aus, entstehen Netzrisse – sichtbar oft erst nach Wochen.
- Punktlasten ohne Lastverteilung. Regalfüße und Maschinenfüße konzentrieren die Last auf wenige Quadratzentimeter.
- Chemischer Angriff. Öle, Säuren und Reinigungsmittel zerstören die Zementmatrix an der Oberfläche.
- Nutzungsänderung. Aus einem Verkaufsraum wird ein Lager, aus einer Halle ein Fitnessbereich – der Boden wurde für etwas anderes gebaut.
Die letzte Ursache ist die häufigste, die wir in Wien antreffen: Flächen werden anders genutzt als ursprünglich geplant. Dann hilft kein Ausbessern, sondern nur ein Aufbau, der zur neuen Nutzung passt – und genau das klären wir vor dem Angebot, damit die Instandsetzung nicht in zwei Jahren wieder ansteht.
Wie ein Boden aufgebaut ist – und wo er versagt
Ein Gewerbeboden ist ein Schichtsystem. Welche Schicht gebrochen ist, entscheidet darüber, ob eine Reparatur reicht oder die Fläche neu aufgebaut werden muss.
| Schicht | Aufgabe | Typisches Versagen | Folge für die Instandsetzung |
|---|---|---|---|
| Nutzschicht oder Belag | Optik, Reinigbarkeit, Rutschhemmung | Abrieb, Ablösungen, Blasen | nur Oberfläche, günstig |
| Hartstoffschicht | Abriebfestigkeit | abgefahren, staubt | schleifen oder neu einstreuen |
| Betonplatte oder Estrich | trägt und verteilt die Last | Risse, Brüche, Durchschläge | Bereich ausschneiden, neu betonieren |
| Trenn- oder Gleitlage | entkoppelt von Untergrund | beschädigt, verrutscht | beim Neuaufbau erneuern |
| Dämm- oder Ausgleichsschicht | Wärme, Schall, Höhenausgleich | zusammengedrückt, durchfeuchtet | austauschen, sonst sackt alles nach |
| Tragschicht, Untergrund | nimmt die Last auf | Hohllagen, Setzungen, ausgespült | verdichten oder verpressen vor dem Betonieren |
Der entscheidende Punkt: Ein Schaden an der Oberfläche kann von ganz unten kommen. Sackt der Untergrund, reißt die Platte, und an der Oberfläche zeigt sich ein Riss. Wer nur den Riss verfüllt, hat in drei Monaten denselben Riss daneben. Deshalb steht am Anfang immer die Frage, welche Schicht versagt hat – und nicht, wie die Oberfläche wieder ordentlich aussieht.
Was ein belastbares Angebot enthalten muss
Angebote für Bodeninstandsetzungen sind schwer vergleichbar, weil die Vorleistungen selten ausgeschrieben werden. Diese sieben Punkte machen den Vergleich möglich:
- Schnittlänge und Ausbruchfläche mit Mengen, nicht „Reparatur pauschal".
- Schichtdicke und Betonklasse benannt – 12 cm C25/30 ist etwas völlig anderes als 20 cm C35/45.
- Bewehrungsart: Stahlfaserdosierung in kg/m³ oder Mattentyp, damit klar ist, was eingebaut wird.
- Entsorgung nach Tonnen, mit Hinweis auf sortenreine Trennung und Nachweis.
- Staubschutz und Abschottung als eigene Position, nicht als Nebenleistung.
- Nachbehandlung und Fugen ausgewiesen – beides wird gern weggelassen und kostet später am meisten.
- Freigabeplan: wann begehbar, wann teilbelastbar, wann voll belastbar.
Fehlt einer dieser Punkte, ist das Angebot nicht günstiger, sondern unvollständig. Am häufigsten fehlen Nachbehandlung und Fugen – genau die beiden Positionen, deren Weglassen nach wenigen Monaten zu Rissen führt, die dann niemand mehr eindeutig zuordnen kann.
Wirtschaftlich rechnen: reparieren oder neu machen
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Wenige Stellen, Rest der Fläche intakt | punktuell instand setzen | geringster Eingriff, kürzeste Ausfallzeit |
| Viele Einzelstellen, über 40 % der Fläche | Fläche neu herstellen | Summe der Einzelreparaturen übersteigt den Neuaufbau |
| Nutzung ändert sich | Aufbau neu planen | alter Aufbau passt nicht zur neuen Belastung |
| Schäden kehren regelmäßig zurück | Ursache beheben, dann konstruktiv lösen | wiederholte Reparaturen kosten mehr als die richtige Lösung |
| Belag soll ohnehin erneuert werden | Untergrund gleich mitmachen | Fläche ist frei, doppelte Sperrzeit entfällt |
Die vierte Zeile beschreibt den Fall, in dem wir am häufigsten gerufen werden: Es wurde bereits zwei- oder dreimal ausgebessert. Rechnet man die bisherigen Reparaturen und die Sperrzeiten zusammen, liegt der Betrag meist über dem, was die konstruktive Lösung von Anfang an gekostet hätte.
Fugen: der Teil, an dem Böden zuerst kaputtgehen
In Hallen- und Gewerbeböden beginnt der Verfall fast immer an den Fugen. Der Grund ist einfach: Dort ist der Beton unterbrochen, die Kante ungeschützt, und jedes Rad und jeder Palettenhubwagen schlägt genau darauf.
| Fugenart | Aufgabe | Typischer Schaden | Instandsetzung |
|---|---|---|---|
| Scheinfuge | gibt dem Schwinden eine kontrollierte Stelle | Kanten ausgebrochen, Füllung fehlt | ausschneiden, Kanten aufbauen, neu verfüllen |
| Raum- und Randfuge | trennt die Platte von Wänden und Stützen | verschmutzt, überdeckt, wirkungslos | freilegen, neu ausbilden |
| Arbeitsfuge | Grenze zwischen zwei Betonierabschnitten | Höhenversatz, Ausbruch | verdübeln, Kanten neu herstellen |
| Bewegungsfuge im Bestand | nimmt Bewegungen aus dem Gebäude auf | elastische Füllung verhärtet, reißt | Füllprofil erneuern, nie starr verfüllen |
Ein häufiger und teurer Fehler ist es, Fugen einfach zu überbetonieren, weil sie stören. Das hält selten länger als eine Heizperiode: Der Beton arbeitet weiter und reißt an derselben Stelle, nur unkontrolliert und mit ausgefransten Rändern. Richtig ist, die Fuge zu übernehmen und im neuen Bereich fortzuführen – bei der Instandsetzung ebenso wie beim Neuaufbau.
Für die Kantenausbildung gibt es zwei Wege: Bei geringer Beanspruchung reicht ein Kantenaufbau mit hochfestem Reparaturmörtel. Bei Staplerverkehr über die Fuge lohnt sich ein Fugenprofil aus Stahl, das die Kante dauerhaft schützt. Das Profil kostet je Laufmeter mehr, hält aber genau dort, wo sonst jedes Jahr nachgearbeitet wird.
Was wir dokumentieren und warum
Bei Böden in Gewerbeobjekten hängt oft mehr an der Dokumentation als am Bau selbst: Versicherungsfälle, Mietverhältnisse, Betreiberpflichten, Gewährleistung gegenüber dem Vormieter oder dem Voranbieter.
| Unterlage | Wofür sie gebraucht wird |
|---|---|
| Fotos der Schadstellen vor dem Ausbruch | Nachweis des Schadensumfangs, Versicherung, Vermieter |
| Fotos des freigelegten Untergrunds | zeigt die tatsächliche Ursache, begründet Nachträge |
| Fotos der Anschlussbewehrung | Nachweis der fachgerechten Ausführung, nach dem Betonieren unsichtbar |
| Lieferscheine des Betons | Festigkeitsklasse, Fasergehalt, Liefermenge |
| Protokoll der Nachbehandlung | Nachweis gegen den Vorwurf von Schwindrissen |
| Freigabeplan mit Datum | klärt, ab wann belastet werden durfte – wichtig bei Folgeschäden |
| Abnahmeprotokoll nach ÖNORM B 2110 | Beginn der Gewährleistungsfrist, Mängelliste |
Besonders der vorletzte Punkt wird unterschätzt. Wird eine Fläche zu früh mit Staplern befahren und reißt danach, ist ohne Freigabeplan kaum zu klären, woran es lag. Mit Freigabeplan ist es in zwei Minuten geklärt – und das schützt beide Seiten.
Drei typische Aufträge aus der Praxis
Die folgenden Fälle beschreiben Aufgabenstellungen, wie sie in Wien regelmäßig vorkommen – ohne Kundennamen, weil Objektdaten vertraulich bleiben.
| Ausgangslage | Was gemacht wurde | Warum so |
|---|---|---|
| Hantelbereich, mehrere durchgeschlagene Stellen unter den Matten, zuvor zweimal gespachtelt | Bereiche ausgeschnitten, Stahlfaserbeton, Fallschutzsystem neu | Spachtelmasse nimmt keine Schlagbelastung auf; die Konstruktion musste die Energie aufnehmen |
| Lagerhalle, Fugenkanten über die gesamte Fahrspur ausgebrochen | Fugen ausgeschnitten, Kanten mit Stahlprofil neu aufgebaut, elastisch verfüllt | Ohne Profil bricht die Kante bei Staplerverkehr jedes Jahr erneut aus |
| Werkstatt, Boden im Bereich einer Maschine abgesackt | Platte geöffnet, Hohlraum verdichtet, verstärkter Aufbau mit Lastverteilung | Die Ursache lag im Untergrund; eine Ausgleichsmasse wäre mitgesackt |
Das Muster ist in allen drei Fällen gleich: Vorher wurde an der Oberfläche gearbeitet, der Schaden kam zurück. Erst die konstruktive Lösung hat gehalten. Deshalb fragen wir bei jeder Anfrage zuerst, was bereits versucht wurde – das sagt meist mehr über die Ursache als der aktuelle Zustand.
Betriebsabläufe: wie wir die Sperrzeit kurz halten
- Fläche in Abschnitte teilen. Nicht die ganze Halle gleichzeitig, sondern Felder, die einzeln freigegeben werden.
- Schnellzement dort, wo es zählt. In Bereichen, die der Betrieb dringend braucht, wird mit schneller Festigkeitsentwicklung gearbeitet, im Rest normal – das spart Kosten.
- Vorbereitende Arbeiten vorziehen. Schneiden und Ausbrechen lassen sich außerhalb der Betriebszeiten machen, betoniert wird dann im Zug.
- Material vorab disponieren. Beton kommt nach Zeitplan, nicht auf Zuruf – bei Wochenendterminen ist das der kritische Punkt.
- Freigabeplan aushängen. Jeder im Betrieb sieht, welche Fläche ab wann betreten und befahren werden darf.
Der letzte Punkt klingt banal und verhindert den häufigsten Folgeschaden: Eine Fläche wird zu früh befahren, weil niemand wusste, dass sie noch nicht freigegeben war. Ein Aushang mit Datum und Uhrzeit kostet nichts und erspart die Diskussion, wer für den Riss verantwortlich ist.
Wenn danach ein Belag draufkommt
Viele Flächen bekommen nach der Instandsetzung wieder einen Belag – Epoxid, PU, Vinyl, Fliesen oder ein Mattensystem. Dann entscheidet der Zustand des Untergrunds darüber, ob der Belag hält.
| Belag | Anforderung an den Untergrund | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Epoxid- oder PU-Beschichtung | fest, sauber, ausreichend trocken, aufgeraut | Restfeuchte messen, sonst Blasen und Ablösung |
| Vinyl oder Kautschuk | eben, rissfrei, trocken | Unebenheiten zeichnen sich durch |
| Fliesen | tragfähig, Bewegungsfugen übernommen | Fugen müssen durchgeführt werden, sonst reißen die Fliesen |
| Fallschutzmatten | ebener, tragfähiger Untergrund | Matte verteilt, sie trägt nicht |
| Sichtbeton als Nutzschicht | geglättet, nachbehandelt, imprägniert | Farbunterschiede zwischen alt und neu bleiben sichtbar |
Der letzte Punkt ist eine ehrliche Vorwarnung: Ein neu betonierter Bereich wird im Farbton nie exakt dem Altbestand entsprechen. Wer eine einheitliche Optik will, braucht entweder eine Beschichtung über die gesamte Fläche oder muss mit einem sichtbaren Flicken leben. Das sagen wir vor dem Auftrag, nicht danach.
Gewährleistung und was sie voraussetzt
Für unsere Leistungen gelten die gesetzlichen Fristen, bei unbeweglichen Sachen drei Jahre nach § 933 ABGB. Vertragsgrundlage ist die ÖNORM B 2110 mit Abnahmeprotokoll und Rücklässen. Damit die Gewährleistung im Streitfall trägt, braucht es allerdings zwei Dinge, die der Auftraggeber beeinflusst:
- Freigabezeiten einhalten. Wird eine Fläche vor der Freigabe befahren, ist der Schaden nicht auf die Ausführung zurückzuführen. Der Freigabeplan hängt deshalb sichtbar aus.
- Nutzung wie vereinbart. Ein Boden, der für Fußverkehr und leichte Geräte hergestellt wurde, hält keinen Staplerbetrieb aus. Ändert sich die Nutzung, sagen Sie es uns – dann wird der Aufbau von vornherein anders geplant.
Beides klingt selbstverständlich und ist in der Praxis der häufigste Streitpunkt bei Bodenschäden. Mit dokumentierter Ausführung, Lieferscheinen und Freigabeplan lässt sich in wenigen Minuten klären, woran ein Schaden liegt – und genau deshalb dokumentieren wir so ausführlich.
Warum Betonstaub ein eigenes Thema ist
Beim Schneiden und Brechen entsteht feiner Quarzstaub. Für den Betrieb heißt das zweierlei: Es ist ein Arbeitsschutzthema für die ausführenden Leute und ein Sachthema für alles, was in der Halle steht.
| Maßnahme | Wirkung | Wann sie eingesetzt wird |
|---|---|---|
| Nassschnitt | bindet den Staub direkt an der Klinge | wo Wasser unproblematisch ist |
| Absaugung am Gerät | erfasst den Staub an der Entstehungsstelle | in Innenräumen mit empfindlicher Einrichtung |
| Staubwand mit Schleuse | trennt Arbeitsbereich vom Betrieb | immer bei laufendem Betrieb |
| Unterdruckhaltung | Luft strömt in den Arbeitsbereich, nicht heraus | bei Lebensmittel-, Gesundheits- und Fitnessbereichen |
| Feinreinigung danach | entfernt abgesetzten Staub von Flächen und Geräten | vor der Freigabe an den Betrieb |
Gerade in Fitnesscentern lohnt sich der Aufwand: Betonstaub in Laufbändern, Kabelzügen und Lüftungsanlagen führt zu Reklamationen und Wartungskosten, die schnell den Preis der Abschottung übersteigen. Deshalb planen wir sie von vornherein ein und weisen sie transparent aus, statt sie als selbstverständlich anzunehmen. Was am Ende zählt, ist eine Fläche, die der Betrieb ohne Einschränkung nutzen kann – sauber übergeben, dokumentiert und mit klarem Freigabeplan.
Abgrenzung zu unseren anderen Bodenleistungen
| Ihr Vorhaben | Passende Seite |
|---|---|
| Gewerbe- oder Industrieboden konstruktiv instand setzen | diese Seite |
| Neuen Estrich im Wohnbau einbringen | Estrich verlegen |
| Bodenbelag in der Wohnung erneuern | Bodensanierung |
| Decke schwingt oder Trittschall stört | Holztramdecke sanieren |
| Bodenplatte für einen Neubau | Bodenplatte |
| Tiefgarage oder Parkdeck | Tiefgaragensanierung |
| Geschäftslokal komplett umbauen | Geschäftslokal umbauen |
Wann Sie uns nicht brauchen
Wenn der Boden nur staubt, matt ist oder eine neue Optik bekommen soll, ist ein Betrieb für Schleifen, Imprägnieren und Beschichten die richtige und günstigere Adresse. Wir kommen ins Spiel, wenn die Konstruktion betroffen ist: gebrochene Stellen, Hohllagen, ausgebrochene Fugen, durchgeschlagene Bereiche – alles, wo Beton raus und neuer Beton rein muss.
Häufige Fragen zur Industriebodensanierung in Wien
Was kostet die Instandsetzung einer einzelnen Schadstelle?
Ab wann lohnt sich ein kompletter Neuaufbau?
Welche Fugenkante hält bei Staplerverkehr?
Darf über bestehende Fugen betoniert werden?
Wie viel Bauschutt fällt an?
Was ist mit Maschinen und Ware während der Arbeiten?
Was kostet es, schadhafte Stellen im Betonboden auszutauschen?
Woran erkenne ich, ob Beschichten reicht?
Warum wird aufgeschnitten und nicht nur ausgestemmt?
Welche Betonqualität wird eingebaut?
Stahlfaserbeton oder Bewehrungsmatten?
Wie lange dauert es, bis ich den Boden wieder nutzen kann?
Können Sie am Wochenende arbeiten?
Wie wird der Betonstaub im Betrieb beherrscht?
Was passiert mit dem Bauschutt?
Warum bricht die Stelle im Fitnesscenter immer wieder auf?
Reicht es, nur die Matten zu tauschen?
Was tun gegen Beschwerden aus den Wohnungen darüber oder daneben?
Müssen Fugen neu geschnitten werden?
Was ist Nachbehandlung und warum ist sie so wichtig?
Können Sie auch beschichten?
Wie wird bei Hohllagen vorgegangen?
Was ist bei freiliegender Bewehrung zu tun?
Wann ist eine statische Beurteilung nötig?
Wie groß darf eine Instandsetzungsfläche sein?
Arbeiten Sie auch außerhalb Wiens?
Wie schnell können Sie beginnen?
Wie verbindlich ist der Preis bei unbekannter Schichtdicke?
Was bekomme ich zur Dokumentation?
Ist das auch für Versicherungsschäden möglich?
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Hinweis: Skyline Bau ist die Markenbezeichnung des Bau- und Sanierungsbereichs der Bling Bling GmbH und keine eigenständige Rechtsperson. Vertragspartner ist ausschließlich die Bling Bling GmbH. Die Bling Bling GmbH ist eingeschränkter Baugewerbetreibender nach § 99 GewO und kein konzessionierter Baumeister. Nach § 99 Abs. 5 GewO ist die Bezeichnung „Baumeister“ konzessionierten Betrieben nach § 94 Z 5 GewO vorbehalten. Reglementierte Gewerke — Baumeister-Leistungen, Statik, Gas- und Sanitärtechnik, Elektrotechnik — werden ausschließlich durch befugte, konzessionierte Partnerbetriebe ausgeführt.