Stiegenhaussanierung Wiender erste Eindruckdes ganzen Hauses.

Vom ausführenden Bauunternehmen — nicht vom Vermittler.

Eine Stiegenhaussanierung kostet in einem Wiener Zinshaus mit vier bis fünf Geschoßen meist 25.000 bis 90.000 Euro netto. Malerei, Stufen, Geländer, Beleuchtung und Brandschutz – im bewohnten Haus, abschnittsweise, mit Rücksicht auf den Hausbetrieb.

Das Stiegenhaus ist der einzige Raum, den jeder Bewohner, jeder Besucher und jeder Interessent mehrmals täglich sieht. Gleichzeitig ist es ein allgemeiner Teil des Hauses – also kein Bereich, in dem jemand nach Geschmack entscheidet, sondern einer, über den Eigentümer oder Eigentümergemeinschaft beschließen und den die Hausverwaltung abrechnet. Bautechnisch ist es außerdem ein Sonderfall: Es ist Fluchtweg, es trägt Leitungen, es hat Brandschutzanforderungen, und die Arbeiten finden statt, während alle täglich durchgehen. Wer das Stiegenhaus wie eine große Wohnung behandelt, unterschätzt sowohl die Vorschriften als auch den Ablauf.
Ausführung im bewohnten Haus Zugang bleibt immer frei Brandschutz mitgeprüft Aufstellung für die Rücklage Festpreis nach ÖNORM B 2110

Was zum Stiegenhaus gehört – und warum das zählt

Bevor über Farben gesprochen wird, muss klar sein, welche Bauteile überhaupt Teil der Maßnahme sind. Denn davon hängt ab, wer sie beschließt, wer sie zahlt und welche Vorschriften gelten.

BauteilWozu es gehörtWorauf zu achten ist
Wände und Deckenallgemeiner Teilim Altbau meist Kalkputz, diffusionsoffene Farbe nötig
Stufen und Podesteallgemeiner TeilTrittsicherheit, abgetretene Kanten sind Haftungsrisiko
Geländer und Handlaufallgemeiner TeilHöhe, Befestigung, Öffnungsweite bei Kindern
Wohnungseingangstürenje nach Vereinbarung geteiltBrandschutzanforderung möglich, Außenseite oft allgemein
Beleuchtungallgemeiner TeilFluchtwegbeleuchtung, Bewegungsmelder, Notbeleuchtung je nach Gebäude
Fenster im Stiegenhausallgemeiner TeilRauchabzug, Lüftung, teils Schutzzone
Steigleitungen und Zählerallgemeiner Teilvor der Malerei klären, sonst wird sie wieder geöffnet
Briefkastenanlageallgemeiner TeilTausch günstiger, wenn die Wand ohnehin offen ist
Die wichtigste Frage vor jeder Stiegenhaussanierung lautet nicht „welche Farbe", sondern „was liegt in dieser Wand". Steigleitungen für Wasser, Gas und Strom laufen im Wiener Altbau fast immer über das Stiegenhaus. Sind sie über fünfzig Jahre alt, ist ihre Erneuerung nur eine Frage der Zeit. Wer vorher malt, malt zweimal: Für eine Strangsanierung werden Schlitze in die frische Wand gestemmt, und die Ausbesserung sieht man danach. Deshalb steht am Anfang immer die Bestandsaufnahme der Leitungen, nicht die Farbkarte.

Warum es Stufe für Stufe anders ist als eine Wohnungssanierung

Drei Unterschiede bestimmen den ganzen Ablauf und damit auch den Preis.

ThemaWohnungStiegenhausFolge für die Ausführung
Nutzung während der Arbeitenleer, wird geräumttäglich, von allen, rund um die Uhrabschnittsweise, Zugang immer frei
RechtsgrundlageEigentümer entscheidetBeschluss, Rücklage, Erhaltungspflichtprüffähiges Leistungsverzeichnis nötig
VorschriftenwenigeFluchtweg, Brandschutz, BeleuchtungAbstimmung vor Ausführung
OberflächenWohnqualitätBeanspruchung, Reinigbarkeitstrapazierfähiger Sockel statt Wohnraumfarbe
ArbeitszeitenfreiRücksicht auf Bewohner, Nachtruhelaute Arbeiten in Randzeiten

Das wirkt sich unmittelbar auf die Kalkulation aus: Eine Fläche, die in einer leeren Wohnung an einem Tag fertig wäre, braucht im Stiegenhaus zwei – weil abgedeckt, freigehalten, abgesperrt und wieder geöffnet wird. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb prüfen, ob Schutzmaßnahmen und abschnittsweises Arbeiten enthalten sind oder ob sie später als Nachtrag kommen.

Was eine Stiegenhaussanierung kostet

Richtwerte netto, Stand 2026, für ein Zinshaus mit vier bis fünf Geschoßen und einer Stiege. Verbindlich nach Begehung.

UmfangWas gemacht wirdPreis nettoDauer
AuffrischenAusmalen, Sockel, Geländer lackieren25.000–40.000 €3–5 Wochen
Instandsetzungzusätzlich Putzschäden, Stufen ausbessern, Beleuchtung neu40.000–65.000 €5–8 Wochen
Gesamtsanierungzusätzlich Stufen erneuern, Brandschutztüren, Leitungen65.000–90.000 €8–12 Wochen

Einzelpreise

PositionEinheitPreis nettoWas dazugehört
Ausmalen Wand und Decke12–22 €Abdecken, Spachteln, zwei Anstriche
Strapazierfähiger Sockelanstrich22–38 €abwaschbar, bis etwa 1,5 m Höhe
Putzschäden ausbessern35–85 €Hohlstellen abschlagen, neu verputzen
Kunststeinstufe sanierenStk.80–220 €Kanten ergänzen, schleifen, nachbehandeln
Stufe neu belegenStk.180–450 €Naturstein oder Kunststein
Geländer schleifen und lackierenlfm45–110 €Entrosten, Grundierung, Deckanstrich
Handlauf erneuernlfm60–180 €Holz oder Metall, Befestigung geprüft
Beleuchtung mit BewegungsmelderGeschoß450–1.200 €durch konzessionierten Elektrotechniker
Brandschutztür tauschenStk.1.800–4.500 €nach geforderter Klasse, mit Nachweis
Brandabschottung von LeitungenStk.150–600 €Durchführungen durch Decken und Wände
Fenster im Stiegenhaus sanierenStk.450–1.400 €Beschläge, Anstrich, Dichtungen
Briefkastenanlage neupsch.1.500–4.500 €abhängig von Anzahl und Ausführung
Schutz von Türen und Bödenpsch.900–2.500 €für die gesamte Bauzeit
Gerüst innen oder Rollgerüstpsch.800–3.200 €je nach Höhe und Grundriss
Rechenbeispiel 1 · Zinshaus, 5 Geschoße, eine Stiege, Instandsetzung
Schutz, Putzschäden, Ausmalen 720 m²21.600 €
Sockelanstrich 180 m², Geländer 42 lfm9.800 €
34 Stufen saniert4.800 €
Beleuchtung 6 Ebenen, Brandabschottungen8.400 €

Summe rund 44.600 € netto. Die Aufstellung trennt Erhaltung und Verbesserung, damit die Hausverwaltung sie korrekt zuordnen kann.

Rechenbeispiel 2 · Wohnhausanlage, 8 Geschoße, zwei Stiegen, Auffrischen
Schutz und Absperrung, beide Stiegen3.800 €
Ausmalen 1.980 m², Sockel 460 m²38.900 €
Geländer 96 lfm lackiert7.600 €
Beleuchtung ergänzt, Kleinreparaturen5.200 €

Summe rund 55.500 € netto für beide Stiegen. Je Stiege liegt das unter dem Zinshausbeispiel, weil sich Rüstzeit, Anfahrt und Schutzmaßnahmen auf zwei Stiegen verteilen – ein Effekt, der bei größeren Anlagen deutlich ins Gewicht fällt.

Brandschutz im Stiegenhaus: was verlangt wird und warum

Das Stiegenhaus ist im Brandfall der einzige Fluchtweg und gleichzeitig der Weg, über den die Feuerwehr ins Haus kommt. Deshalb gelten dort Anforderungen, die in Wohnungen nicht gelten. Sie zielen alle auf denselben Zweck: Der Weg nach draußen muss so lange rauchfrei und begehbar bleiben, bis alle draußen sind.

ThemaWorum es gehtTypische Maßnahme
Wohnungseingangstürenverhindern, dass Feuer und Rauch aus der Wohnung in den Fluchtweg gelangenTür mit geforderter Feuerwiderstandsklasse, dicht schließend, selbstschließend wo verlangt
RauchabzugRauch muss oben abziehen könnenRauchabzugsfenster oder -öffnung im obersten Bereich, Auslösung geprüft
Leitungsdurchführungenoffene Rohrdurchführungen leiten Feuer und Rauch weiterAbschottung je Durchführung, dokumentiert
Brennbare EinbautenHolzverkleidungen und Lagergut erhöhen die Brandlastentfernen oder ertüchtigen, Fluchtweg freihalten
Beleuchtungim Stromausfall muss der Weg erkennbar bleibenje nach Gebäude Sicherheits- oder Notbeleuchtung
Abstellungen im GangKinderwagen, Schuhregale, Kartons verengen den FluchtwegHausordnung, alternative Abstellflächen schaffen

Welche dieser Punkte konkret gefordert sind, hängt vom Gebäude ab – Baujahr, Geschoßzahl, Nutzung und ob ein Verfahren läuft. Wir klären das vor der Ausführung mit den Fachbetrieben ab, statt hinterher aufzureißen. Denn genau das ist der Punkt, an dem eine sonst gelungene Sanierung teuer wird: Wenn die Brandschutztüren nach der Malerei getauscht werden, ist jede Laibung wieder eine Baustelle.

Die Oberflächen: warum im Stiegenhaus anders gemalt wird

Wandfarbe im Stiegenhaus muss drei Dinge gleichzeitig können: die Beanspruchung aushalten, den Untergrund atmen lassen und sich reinigen lassen. Diese drei Anforderungen widersprechen sich teilweise, und daraus ergibt sich die übliche Zweiteilung.

BereichAnforderungGeeignete AusführungWarum nicht anders
Oberer Wandbereich und Deckediffusionsoffen, deckendDispersions- oder Silikatfarbedichte Beschichtung schädigt den Kalkputz
Sockel bis etwa 1,5 mabwaschbar, stoßfeststrapazierfähiger Sockelanstrich oder Lackfarbenormale Wandfarbe hält Schuhen und Rädern nicht stand
Feuchte Bereiche im ErdgeschoßsalzverträglichSanierputz mit diffusionsoffener FarbeDispersionsfarbe sperrt, Putz platzt ab
MetallgeländerKorrosionsschutzEntrosten, Grundierung, DeckanstrichLack ohne Grundierung blättert in einem Jahr
HolzhandlaufHaptik, Abriebschleifen, ölen oder lackierendicke Lackschicht wird rutschig und platzt

Der häufigste Fehler betrifft den Erdgeschoßbereich: Dort ist im Gründerzeithaus fast immer Feuchte im Mauerfuß, weil eine Horizontalsperre fehlt. Wird darüber mit Dispersionsfarbe gestrichen, blüht der Putz binnen einer Heizperiode wieder auf. Richtig ist, zuerst die Ursache zu klären und den Sockel mit Sanierputz aufzubauen – siehe Mauertrockenlegung.

Stufen: sanieren, belegen oder ersetzen

Wiener Stiegen bestehen meist aus Kunststein, seltener aus Naturstein oder Holz. Abgetretene Stufenkanten sind nicht nur optisch störend, sie sind ein Sturzrisiko – und damit ein Haftungsthema für die Eigentümergemeinschaft.

ZustandMaßnahmePreis je StufeHaltbarkeit
Kanten leicht abgetreten, Oberfläche mattergänzen und schleifen80–220 €10–20 Jahre
Kanten stark ausgebrochenKantenprofil ergänzen oder Stufe belegen180–450 €15–25 Jahre
Stufe gerissen oder gelöstStufe ersetzen, Auflager prüfennach Befunddauerhaft
Holzstiege ausgetretenschleifen, Trittkanten ergänzen120–300 €10–15 Jahre

Warum wird meist saniert und nicht ersetzt? Weil die Stufen im Altbau tragende Bauteile sind, die in die Wange eingespannt oder aufgelagert sind. Ein Austausch bedeutet Eingriff in die Konstruktion, Absicherung und meist auch eine statische Beurteilung. Die Sanierung der Oberfläche erreicht bei einem Bruchteil der Kosten die gleiche Sicherheit – solange die Stufe selbst intakt ist.

Beschluss, Rücklage und Abrechnung

Bei Wohnungseigentum fließt die Sanierung eines allgemeinen Teils aus der Rücklage, und darüber wird beschlossen. Für die Hausverwaltung ist deshalb nicht nur der Preis relevant, sondern die Form des Angebots.

Was gebraucht wirdWozu
Leistungsverzeichnis mit MengenVergleichbarkeit mehrerer Angebote, Grundlage für den Beschluss
Trennung Erhaltung und Verbesserungunterschiedliche Zuordnung und Beschlusserfordernisse
Zeitplan mit AbschnittenInformation der Bewohner, Planung der Rücklagenentnahme
Fotodokumentation vorher und nachherNachweis gegenüber Eigentümern, Grundlage bei Rückfragen
Nachtragsregelungklar, dass nur nach schriftlicher Freigabe gearbeitet wird

Was in der Praxis am meisten Zeit spart: Wenn das Angebot bereits so gegliedert ist, dass es ohne Umarbeitung in die Beschlussvorlage übernommen werden kann. Genau so liefern wir es – nicht als Marketingfolder, sondern als prüffähiges Verzeichnis.

Der Ablauf im bewohnten Haus

Die Grundregel lautet: Der Weg zur Wohnungstür muss jederzeit begehbar sein, für jeden Bewohner, zu jeder Tageszeit. Alles andere ordnet sich dem unter.

1 · AnkündigungAushang zwei Wochen vorher mit Zeitplan, Ansprechpartner und Hinweis auf laute Arbeiten. Wer informiert ist, beschwert sich seltener.
2 · SchutzWohnungstüren, Böden, Handläufe und Briefkästen werden abgedeckt. Der Schutz bleibt über die gesamte Bauzeit, nicht nur am Arbeitstag.
3 · Von oben nach untenGeschoßweise abwärts, damit Staub und Material nicht über fertige Bereiche getragen werden.
4 · Halbseitig arbeitenWo möglich wird eine Hälfte des Podests freigehalten, damit niemand über frische Farbe gehen muss.
5 · Geruchsarme MaterialienWasserbasierte Farben und Lacke, Lüftung über die Stiegenhausfenster. Lösemittelhaltige Produkte nur, wo technisch nötig, und dann in Randzeiten.
6 · Abnahme mit der HausverwaltungProtokoll, Fotos vorher und nachher, Aufstellung getrennt nach Erhaltung und Verbesserung.

Zwei Punkte werden in Angeboten regelmäßig unterschätzt. Erstens der Zeitverlust durch das Freihalten: Eine Fläche wird in zwei Durchgängen gemacht statt in einem. Zweitens die Trocknungszeiten: Ein Sockelanstrich, über den am selben Abend Kinderwagen geschoben werden, hält nicht. Deshalb planen wir Abschnitte so, dass Trocknung und Nutzung einander nicht ins Gehege kommen.

Was vor der Sanierung geklärt werden sollte

ThemaWarum jetztFolge, wenn es fehlt
Alter und Zustand der Steigleitungenliegen meist im Stiegenhausfrische Wand wird für die Strangsanierung wieder geöffnet
Elektroleitungen und Verteileralte Leitungen liegen im PutzSchlitze durch den neuen Anstrich
BrandschutztürenTausch berührt Laibung und WandNacharbeit an frisch gemalten Flächen
Geplanter Lifteinbauverändert Stiegenauge oder HofTeile der Sanierung werden hinfällig
Feuchte im SockelbereichUrsache muss vor dem Putz behoben seinPutz platzt binnen einer Heizperiode ab
Beschluss und FinanzierungRücklage, Mehrheit, ZeitpunktVerzögerung nach Auftragsvergabe
Denkmalschutz oder Schutzzonehistorische Elemente, Terrazzo, StuckRückbau des Falschen ist nicht umkehrbar
Die richtige Reihenfolge ist immer: Leitungen, dann Türen und Technik, dann Oberflächen. Wer in umgekehrter Reihenfolge arbeitet, zahlt die Oberflächen zweimal – und das ist bei einem Stiegenhaus mit 700 Quadratmetern Wandfläche keine Kleinigkeit, sondern ein fünfstelliger Betrag.

Historische Substanz: was erhalten bleiben sollte

In Gründerzeithäusern steckt im Stiegenhaus oft mehr Substanz, als auf den ersten Blick sichtbar ist – unter Anstrichen, hinter Verkleidungen oder unter einem PVC-Belag.

ElementWarum es wertvoll istUmgang
Terrazzobodenlanglebig, unverwechselbar, kaum ersetzbarschleifen und imprägnieren statt überdecken
Schmiedeeisernes Geländerprägt das Haus, handwerklich aufwendigentrosten und lackieren, Fehlteile nachschmieden
Stuckprofile und Gesimsegehören zum Erscheinungsbildreinigen, ergänzen, nicht zuspachteln
KassettentürenMassivholz, reparierbaraufarbeiten, Beschläge erhalten
Bleiglas- und Ornamentfensterhistorisch, oft Einzelstückefachgerecht sanieren, nicht tauschen
Wandschablonen und Farbfassungenursprüngliche GestaltungBefund erstellen, bevor überstrichen wird

Vor dem ersten Anstrich lohnt bei alten Häusern eine einfache Probe: An einer unauffälligen Stelle werden die Schichten freigelegt. Zeigt sich darunter eine historische Farbfassung, lässt sich entscheiden, ob sie aufgenommen wird. Das kostet wenig und ist die einzige Gelegenheit – nach dem Vollanstrich ist die Information verloren.

Barrierefreiheit und Lift

Viele Zinshäuser haben keinen Lift, und das Stiegenhaus ist der Ort, an dem sich das ändern ließe. Zwei Wege sind üblich: der Einbau im Stiegenauge oder im Hof mit Anbindung an die Podeste. Beides verändert das Stiegenhaus erheblich und berührt Statik, Fluchtwege und Brandschutz.

VarianteVorteilNachteilGrößenordnung
Lift im Stiegenaugekein Platzverlust im Hof, kurze WegeStiegenauge oft zu klein, Geländer muss weichen85.000–160.000 €
Lift im Hofmehr Platz, halbgeschoßiger Zugang möglichEingriff in den Hof, längere Wege110.000–180.000 €
Rampe im Eingangsbereichgünstig, schafft schwellenlosen Zuganglöst nur das Erdgeschoß4.000–18.000 €

Wer einen Lift plant, sollte die Stiegenhaussanierung damit koppeln oder zumindest zeitlich danach ansetzen. Sonst wird ein frisch saniertes Stiegenhaus für die Montage wieder geöffnet – dieselbe Logik wie bei den Leitungen.

Die häufigsten Fehler

FehlerWarum er passiertWas er kostet
Malen vor der Strangsanierungoptischer Erfolg zuerstWand wird aufgestemmt, Ausbesserung sichtbar
Dispersionsfarbe auf feuchtem Sockelschneller und billigerPutz platzt nach einer Heizperiode ab
Sockelanstrich ohne TrocknungszeitZeitdruck, Bewohner wollen durchAbrieb binnen Wochen, Nacharbeit
Geländer lackieren ohne EntrostenGrundierung wirkt verzichtbarRost blüht durch, neuer Anstrich nötig
Terrazzo überdecken statt schleifenBelag wirkt einfacherunwiederbringlicher Verlust, geringerer Hauswert
Brandschutz nach der Malereiwird als separates Thema gesehenLaibungen und Wände erneut beschädigt
Kein Schutz der Wohnungstürenspart MaterialFarbspritzer auf Türen, Reklamationen
Kein Aushang für die Bewohnerwird als unnötig empfundenBeschwerden, Behinderung, Bauverzug

Wann Sie uns nicht brauchen

Wenn nur ausgemalt wird und weder Stufen noch Türen, Leitungen oder Brandschutz betroffen sind, reicht ein Malerbetrieb, und das ist dann günstiger. Ein koordinierendes Bauunternehmen lohnt sich, sobald Putz, Stufen, Elektrik und Brandschutz zusammenkommen – oder wenn die Hausverwaltung eine prüffähige Aufstellung für den Beschluss und die Rücklage braucht.

Wie sich die Kosten je Haustyp unterscheiden

Zwei Stiegenhäuser mit derselben Geschoßzahl können sich im Preis um den Faktor zwei unterscheiden. Die Gründe liegen fast nie in der Fläche allein, sondern in Höhe, Ausstattung und Zugänglichkeit.

HaustypTypische MerkmaleKostentreiberRichtwert je Geschoß
Gründerzeit-Zinshaushohe Räume, Stuck, Terrazzo, KastenfensterRaumhöhe, Rüstaufwand, historische Details6.000–14.000 €
Zwischenkriegsbauschlichter, geringere Höhen, robuste Oberflächenmeist geringer, oft nur Malerei und Stufen4.000–8.000 €
NachkriegsbauBeton, gerade Läufe, wenig ZierratBeleuchtung und Brandschutz statt Handwerk3.500–7.000 €
Wohnhausanlage mit mehreren Stiegengleiche Geometrie, hohe WiederholungSkaleneffekt senkt Preis je Stiege3.000–6.000 €

Der größte einzelne Faktor im Gründerzeithaus ist die Raumhöhe. Bei vier Metern lichter Höhe wird jede Wandfläche zur Gerüstarbeit, und dasselbe Quadratmetermaß kostet ein Vielfaches dessen, was es in einem Nachkriegshaus mit 2,50 Metern kostet. Das erklärt auch, warum Pauschalpreise je Geschoß ohne Begehung wenig aussagen – die Höhe steht in keinem Exposé.

Sicherheit: die vier Punkte, die zählen

Ein Stiegenhaus ist kein Wohnraum, sondern ein Verkehrsweg. Sicherheitsmängel sind hier nicht Geschmackssache, sondern Haftungsfragen für Eigentümer und Verwaltung.

  • Trittkanten. Abgetretene, ausgebrochene oder unterschiedlich hohe Stufen sind die häufigste Sturzursache. Ergänzen und schleifen kostet weniger als ein einziger Haftungsfall.
  • Handlauf. Er muss durchgehend greifbar und fest verankert sein. Unterbrechungen an Podesten und lose Befestigungen sind typische Mängel in Altbauten.
  • Beleuchtung. Licht muss dort sein, wo gegangen wird, und beim Betreten sofort. Bewegungsmelder je Ebene lösen das zuverlässiger als ein Zeitschalter, der auf halber Strecke ausgeht.
  • Rutschhemmung. Frisch geschliffener Terrazzo und lackierte Holzstufen können glatt sein. Eine passende Nachbehandlung oder ein Antirutschprofil an der Kante beugt vor.

Diese Punkte gehören in jedes Angebot, auch wenn sie optisch nichts hermachen. Sie sind der Teil der Sanierung, der im Ernstfall zählt – und der im Nachhinein am teuersten nachzurüsten ist.

Nach der Sanierung: wie das Ergebnis hält

Ein frisch saniertes Stiegenhaus sieht nach fünf Jahren sehr unterschiedlich aus, je nachdem, was danach passiert. Drei Dinge entscheiden darüber.

ThemaWirkungEmpfehlung
ReinigungStaub und Streusalz greifen Oberflächen anregelmäßige Stiegenhausreinigung, im Winter häufiger
SockelbereichSchuhe, Räder und Möbeltransporte belastenstrapazierfähiger Anstrich, jährliche Sichtprüfung
Feuchte im Erdgeschoßkehrt zurück, wenn die Ursache bleibtTrockenlegung vor der Sanierung, nicht danach
Kleinschädenwerden groß, wenn sie liegen bleibenAusbesserung im Rahmen der laufenden Betreuung

Erfahrungsgemäß hält eine sauber ausgeführte Malerei im Stiegenhaus acht bis fünfzehn Jahre, der Sockelbereich fünf bis zehn, sanierte Stufen zehn bis fünfundzwanzig. Wer die Reinigung nach der Sanierung erhöht statt reduziert, verlängert diese Zeiträume spürbar – und genau dort liegt der günstigste Hebel im gesamten Lebenszyklus.

Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen

Angebote für Stiegenhäuser unterscheiden sich stark, weil der Umfang der Nebenleistungen selten ausgeschrieben wird. Diese Punkte machen den Vergleich möglich:

  • Wandflächen mit Mengen statt „Stiegenhaus pauschal". Erst die Quadratmeterangabe macht zwei Angebote vergleichbar.
  • Schutzmaßnahmen als eigene Position. Wer sie nicht ausweist, rechnet sie später nach oder führt sie gar nicht aus.
  • Gerüst oder Rollgerüst genannt. Bei hohen Gründerzeitstiegenhäusern ist das ein relevanter Betrag, der gern fehlt.
  • Sockelbereich getrennt kalkuliert. Eine andere Farbe, ein anderer Preis – steht er nicht drin, wird oben wie unten dasselbe gestrichen.
  • Stufen als Stückpreis. So lässt sich entscheiden, wie viele saniert werden, ohne das ganze Angebot zu ändern.
  • Abschnittsweises Arbeiten zugesagt. Sonst steht im Zweifel eine halbe Stiege tagelang gesperrt.
  • Trennung Erhaltung und Verbesserung. Für die Hausverwaltung die wichtigste Zeile im ganzen Dokument.

Ein Angebot, das all das enthält, wirkt umfangreicher und auf den ersten Blick teurer. In der Abrechnung ist es fast immer das günstigere, weil die Positionen, die dort stehen, beim anderen als Nachtrag kommen.

Was Sie am Ende bekommen

  • Abnahmeprotokoll nach ÖNORM B 2110 mit Mängelliste und Fristen.
  • Fotodokumentation vor und nach den Arbeiten, geschoßweise.
  • Aufstellung getrennt nach Erhaltung und Verbesserung, direkt für die Abrechnung verwendbar.
  • Nachweise der Fachbetriebe für Elektro- und Brandschutzarbeiten.
  • Materialliste mit Farbtönen und Produkten – wichtig für spätere Ausbesserungen, damit nicht nachgemischt werden muss.

Der letzte Punkt klingt nebensächlich und spart in der Praxis am meisten: Wer den Farbton dokumentiert hat, kann eine beschädigte Stelle nach drei Jahren ausbessern, ohne die ganze Wand neu zu streichen.

Vom ersten Gespräch bis zur Abnahme

Bei allgemeinen Teilen dauert der Weg von der Idee bis zum Baustart meist länger als die Bauzeit selbst. Das liegt nicht an den Handwerkern, sondern an Beschlüssen, Rücklagen und Abstimmungen. Wer den Ablauf kennt, plant realistisch.

SchrittWerDauer typischWas dabei entschieden wird
Bestandsaufnahme und BegehungVerwaltung mit uns1 WocheUmfang, Zustand, Leitungsfrage
Leistungsverzeichnis und Angebotwir2 WerktageMengen, Preise, Zeitplan
Vergleichsangebote einholenVerwaltung2–4 WochenVergleichbarkeit auf Basis des Verzeichnisses
Beschluss der EigentümerGemeinschaft2–8 WochenUmfang, Finanzierung, Zeitpunkt
Auftrag und TerminvereinbarungVerwaltung1 WocheBaubeginn, Abschnitte, Aushang
Ausführungwir3–12 WochenAbschnitte, Schutz, Zugang
Abnahme und Abrechnunggemeinsam1 WocheProtokoll, Mängel, Rücklässe

Praktisch heißt das: Wer im Herbst saniert haben möchte, sollte im Frühjahr mit der Bestandsaufnahme beginnen. Und wer die Vergleichsangebote auf Basis eines gemeinsamen Leistungsverzeichnisses einholt, verkürzt den gesamten Prozess erheblich – weil die Angebote dann tatsächlich vergleichbar sind und die Diskussion in der Eigentümerversammlung kürzer ausfällt.

Sonderfall: Sanierung nach einem Schaden

Nicht jede Stiegenhaussanierung ist geplant. Nach einem Wasserschaden aus einem geplatzten Steigstrang, nach einem Brand oder nach einem Einbruchsschaden geht es um andere Fragen: um Trocknung, um Versicherungsdeckung und um Tempo.

SchadensfallReihenfolgeBesonderheit
Wasserschaden aus SteigleitungLeitung reparieren, trocknen, messen, dann sanierenTrocknung braucht Zeit, Putz erst danach
BrandschadenRuß entfernen, geruchsneutralisieren, dann aufbauenRuß dringt tief ein, Überstreichen reicht nicht
Feuchteschaden von außenFassade oder Rinne instand setzen, dann innenohne Ursachenbehebung kommt der Schaden zurück
VandalismusDokumentation, Anzeige, dann InstandsetzungFotos für Versicherung vor der Reinigung

In allen vier Fällen gilt dasselbe Prinzip wie bei der geplanten Sanierung, nur unter Zeitdruck: erst Ursache, dann Trocknung, dann Oberfläche. Wer diesen Ablauf abkürzt, hat den Schaden in wenigen Monaten wieder – und dann meist ohne Versicherungsdeckung, weil die Ausführung nicht fachgerecht war. Bei Wasserschäden liefern wir die Dokumentation in der Form, die Versicherungen üblicherweise verlangen: Fotos, Messprotokolle der Trocknung und eine Aufstellung nach Positionen.

Was ein saniertes Stiegenhaus wirtschaftlich bringt

Das Stiegenhaus erzeugt keine Miete, und trotzdem wirkt es auf drei Ebenen wirtschaftlich. Das ist das Argument, das in Eigentümerversammlungen meist fehlt.

EbeneWirkungZeitpunkt
VermietungDer erste Eindruck entsteht vor der Wohnungstür. Interessenten schließen vom Allgemeinbereich auf die Hausverwaltung und den Zustand des Hauses.bei jeder Neuvermietung
SubstanzPutzschäden, Feuchte und lose Stufen werden mit der Zeit teurer, nicht billiger.fortlaufend
HaftungAbgetretene Stufen, lockere Handläufe und ausgefallene Beleuchtung sind Risiken der Eigentümergemeinschaft.im Schadensfall
VerkaufEin gepflegtes Stiegenhaus signalisiert einen gepflegten Bestand – der Eindruck entsteht in den ersten dreißig Sekunden.bei Verwertung

Aus dieser Aufstellung folgt eine schlichte Empfehlung: Die Sanierung sollte nicht warten, bis der Zustand jemanden stört, sondern in den Erhaltungszyklus eingeplant werden. Wer die Malerei alle zehn bis zwölf Jahre erneuert und Stufen laufend nachzieht, zahlt insgesamt weniger als jemand, der dreißig Jahre wartet und dann Putz, Stufen und Geländer gleichzeitig sanieren muss.

Kommunikation mit den Bewohnern

Die häufigste Ursache für Konflikte auf dieser Baustelle ist nicht Lärm, sondern fehlende Information. Was sich bewährt hat:

  • Aushang zwei Wochen vorher mit Zeitraum, Abschnitten, Ansprechpartner und Telefonnummer der Bauleitung.
  • Wochenplan im Erdgeschoß, der zeigt, welches Geschoß wann dran ist – dann weiß jeder, wann es ihn betrifft.
  • Hinweis auf frische Farbe direkt vor Ort, nicht nur im Aushang.
  • Feste Zeiten für laute Arbeiten, außerhalb der Ruhezeiten und nach Möglichkeit vormittags.
  • Ein Ansprechpartner statt wechselnder Partien – das senkt die Zahl der Rückfragen an die Hausverwaltung deutlich.

Diese Maßnahmen kosten fast nichts und verhindern den Großteil der Beschwerden, die sonst bei der Verwaltung landen. Für uns sind sie Standard, nicht Zusatzleistung.

Was rund um das Stiegenhaus meist mitgemacht wird

Ein Stiegenhaus endet nicht an der letzten Stufe. Wenn ohnehin gearbeitet wird, lassen sich angrenzende Bereiche mit geringem Zusatzaufwand mitnehmen – vor allem solche, für die sonst eigens Schutz, Rüstung und Anfahrt nötig wären.

BereichTypischer ZustandAufwand zusätzlichWarum gemeinsam sinnvoll
Hauseingang und Windfangabgenutzte Tür, verwitterter Sockel2.500–12.000 €prägt den Eindruck stärker als jede andere Fläche
Kellerabgangfeucht, dunkel, Putzschäden1.500–6.000 €gleiche Gewerke, gleiche Materialien
MüllraumGeruch, beschädigte Oberflächen1.200–4.500 €abwaschbare Beschichtung zahlt sich schnell aus
Fahrradraum oder Kinderwagenabstellplatzoft improvisiert2.000–8.000 €entlastet den Fluchtweg im Stiegenhaus
HofdurchgangPutzschäden, Gewölbe, Beleuchtung3.000–15.000 €ein Gerüst, zwei Ergebnisse
Briefkasten und Klingelanlagedefekt, unbeschriftet1.500–6.000 €Wandöffnung ohnehin vorhanden

Besonders der vierte Punkt wird unterschätzt: Wer einen ordentlichen Abstellplatz für Kinderwagen und Fahrräder schafft, löst damit dauerhaft das Problem der zugestellten Fluchtwege. Das ist günstiger als jede Diskussion über die Hausordnung und hält länger als ein Aushang.

Wann sich eine Etappenlösung lohnt

Ist die Rücklage begrenzt, muss nicht auf die Gesamtmaßnahme gewartet werden. Sinnvoll geschnittene Etappen bringen früher Wirkung und stehen einander nicht im Weg – vorausgesetzt, die Reihenfolge stimmt.

EtappeInhaltWarum in dieser Reihenfolge
Erste EtappeLeitungen und Brandschutz klären, Sicherheitsmängel behebenbetrifft Substanz und Haftung, nicht Optik
Zweite EtappeErdgeschoß und Eingangsbereichgrößte Wirkung je eingesetztem Euro
Dritte Etappeobere Geschoße, Malerei und Stufengleichmäßige Beanspruchung, planbar
Vierte EtappeNebenräume, Keller, Müllraumkann ohne Gerüst nachgezogen werden

Was dabei nicht funktioniert: das Erdgeschoß zu malen, bevor die Feuchte im Mauerfuß behoben ist, oder die Malerei vorzuziehen, obwohl die Strangsanierung in zwei Jahren ansteht. Beide Varianten kommen häufig vor, und beide kosten die Etappe ein zweites Mal.

Häufige Fragen zur Stiegenhaussanierung in Wien

Wie oft sollte ein Stiegenhaus saniert werden?
Malerei alle acht bis fünfzehn Jahre, der Sockelbereich alle fünf bis zehn, Stufen nach Bedarf. Wer im Zyklus bleibt, zahlt insgesamt weniger, als wenn dreißig Jahre gewartet und dann alles gleichzeitig gemacht wird.
Was kostet es bei mehreren Stiegen?
Je Stiege weniger als bei einer einzelnen, weil sich Rüstzeit, Anfahrt, Schutzmaßnahmen und Material verteilen. Im Beispiel mit acht Geschoßen auf zwei Stiegen lag es bei rund 55.500 € für beide zusammen.
Wie hoch ist der Einfluss der Raumhöhe auf den Preis?
Sehr hoch. Bei vier Metern lichter Höhe wird jede Fläche zur Gerüstarbeit. Derselbe Quadratmeter kostet im Gründerzeithaus deutlich mehr als im Nachkriegsbau – deshalb sagen Pauschalpreise je Geschoß ohne Begehung wenig aus.
Was passiert nach einem Wasserschaden im Stiegenhaus?
Zuerst wird die Leitung repariert, dann getrocknet und gemessen, erst danach saniert. Wir dokumentieren mit Fotos und Messprotokollen in der Form, die Versicherungen üblicherweise verlangen.
Kann die Reinigung nach der Sanierung mitbeauftragt werden?
Ja, einmalig nach den Arbeiten oder laufend. Die regelmäßige Reinigung ist der günstigste Hebel, um das Ergebnis lange zu erhalten – vor allem im Winter, wenn Streusalz die Oberflächen angreift.
Wie lange hält das Ergebnis?
Malerei acht bis fünfzehn Jahre, Sockelbereich fünf bis zehn, sanierte Stufen zehn bis fünfundzwanzig. Entscheidend sind Reinigung, Beanspruchung und ob die Feuchte im Erdgeschoß vorher behoben wurde.
Was kostet eine Stiegenhaussanierung?
In einem Zinshaus mit vier bis fünf Geschoßen meist 25.000 bis 90.000 € netto. Auffrischen liegt bei 25.000 bis 40.000 €, eine Instandsetzung mit Stufen und Beleuchtung im Beispiel bei rund 44.600 €, eine Gesamtsanierung mit Türen und Leitungen bei bis zu 90.000 €.
Wovon hängt der Preis am stärksten ab?
Von der Wandfläche, vom Zustand des Putzes und davon, ob Stufen, Türen und Leitungen mitgemacht werden. Bei zwei Stiegen in einem Haus sinkt der Preis je Stiege, weil sich Rüstzeit und Schutzmaßnahmen verteilen.
Wer bezahlt die Stiegenhaussanierung?
Das Stiegenhaus ist allgemeiner Teil des Hauses. Im Zinshaus trägt der Eigentümer die Erhaltung, im Wohnungseigentum die Gemeinschaft aus der Rücklage. Wir trennen Erhaltung und Verbesserung in der Aufstellung, damit die Zuordnung nachvollziehbar ist.
Können die Bewohner während der Arbeiten im Haus bleiben?
Ja. Wir arbeiten geschoßweise und halten eine Hälfte des Podests frei, der Zugang zu allen Wohnungen bleibt jederzeit möglich. Verwendet werden geruchsarme, wasserbasierte Materialien.
Wie lange dauert die Sanierung?
Auffrischen drei bis fünf Wochen, Instandsetzung fünf bis acht, Gesamtsanierung acht bis zwölf Wochen für ein fünfgeschoßiges Haus. Bei zwei Stiegen verlängert sich das nicht proportional, weil parallel gearbeitet werden kann.
Warum sollte die Strangsanierung vorher gemacht werden?
Weil die Steigleitungen im Wiener Altbau fast immer im Stiegenhaus liegen. Werden sie nach der Malerei getauscht, wird die frische Wand aufgestemmt und die Ausbesserung bleibt sichtbar. Details auf der Seite Strangsanierung.
Müssen die Brandschutztüren getauscht werden?
Wenn sie die geforderte Klasse nicht erfüllen, beschädigt sind oder nicht mehr dicht schließen, ja. Das gehört vor die Malerei, weil der Tausch Laibung und Wand berührt. Welche Klasse verlangt ist, hängt vom Gebäude ab.
Was gilt für Kinderwagen und Schuhregale im Stiegenhaus?
Der Fluchtweg muss frei bleiben. Abstellungen verengen ihn und erhöhen die Brandlast. Sinnvoll ist, im Zuge der Sanierung eine Abstellfläche zu schaffen – sonst kehrt das Problem zurück.
Welche Farbe eignet sich fürs Stiegenhaus?
Oben diffusionsoffene Dispersions- oder Silikatfarbe, im Sockelbereich bis etwa 1,5 m ein abwaschbarer, strapazierfähiger Anstrich. Im feuchten Erdgeschoßbereich zuerst Sanierputz, sonst platzt der Anstrich wieder ab.
Was passiert mit abgetretenen Stufen?
Kunststeinstufen lassen sich ergänzen und schleifen, 80 bis 220 € je Stufe. Stark beschädigte werden neu belegt, 180 bis 450 €. Abgetretene Kanten sind ein Sturz- und Haftungsrisiko und sollten nicht aufgeschoben werden.
Kann ein Terrazzoboden erhalten werden?
Fast immer. Terrazzo lässt sich schleifen und imprägnieren und sieht danach besser aus als jeder neue Belag. Ihn zu überdecken ist ein Verlust, der sich nicht rückgängig machen lässt.
Was ist mit dem schmiedeeisernen Geländer?
Entrosten, grundieren, lackieren – fehlende Teile lassen sich nachschmieden. 45 bis 110 € je Laufmeter. Ein Lack ohne Grundierung blättert innerhalb eines Jahres, deshalb ist die Vorarbeit entscheidend.
Gibt es eine Förderung?
Als Einzelmaßnahme selten. Im Rahmen einer Sockelsanierung über den wohnfonds_wien können Arbeiten an allgemeinen Teilen mitgefördert werden. Entscheidend ist, dass der Antrag vor der Auftragsvergabe gestellt wird.
Wie wird der Beschluss vorbereitet?
Mit einem prüffähigen Leistungsverzeichnis samt Mengen, getrennt nach Erhaltung und Verbesserung, dazu ein Zeitplan. So lässt es sich ohne Umarbeitung in die Beschlussvorlage übernehmen.
Wer führt Elektro- und Brandschutzarbeiten aus?
Elektrik über konzessionierte Elektrotechniker, Brandschutztüren und Abschottungen über befugte Fachbetriebe – beide im Angebot namentlich genannt. Malerei, Putz, Stufen und die Koordination übernehmen wir.
Wird auch die Beleuchtung erneuert?
Auf Wunsch. Üblich sind Leuchten mit Bewegungsmelder je Ebene, 450 bis 1.200 € je Geschoß. Das senkt den Stromverbrauch und erhöht die Sicherheit, weil Licht dort ist, wo jemand geht.
Was ist mit dem Rauchabzug?
Rauch muss im Brandfall nach oben abziehen können. Ob das über ein Fenster, eine Öffnung oder eine ausgelöste Klappe geschieht und ob eine Ertüchtigung nötig ist, prüfen wir mit dem Fachbetrieb vor der Ausführung.
Können die Wohnungstüren mitgemacht werden?
Die Außenseite gehört meist zum allgemeinen Teil und kann mitlackiert werden. Bei einem Tausch ist zu klären, wer trägt – das steht im Wohnungseigentumsvertrag oder im Beschluss.
Wie wird das Haus während der Arbeiten geschützt?
Wohnungstüren, Böden, Handläufe und Briefkästen werden abgedeckt, und zwar für die gesamte Bauzeit, nicht nur am Arbeitstag. Das ist im Angebot als eigene Position ausgewiesen.
Was passiert bei Denkmalschutz oder Schutzzone?
Historische Elemente – Terrazzo, Stuck, Bleiglas, Farbfassungen – werden vor der Ausführung befundet. Was erhalten werden soll, wird gesichert statt überstrichen. Das ist die einzige Gelegenheit, diese Entscheidung zu treffen.
Lohnt es sich, den Lift gleich mitzuplanen?
Wenn ein Lift absehbar ist, ja. Der Einbau im Stiegenauge oder im Hof verändert das Stiegenhaus erheblich. Andernfalls wird das frisch sanierte Stiegenhaus für die Montage wieder geöffnet.
Wie gehen Sie mit Nachträgen um?
Wir halten an, dokumentieren mit Fotos und legen ein Nachtragsangebot vor. Erst nach schriftlicher Freigabe wird weitergearbeitet. Im Stiegenhaus sind Nachträge vor allem bei Putzschäden hinter alten Anstrichen möglich.
Was passiert, wenn unter dem Putz Feuchte auftaucht?
Dann wird zuerst die Ursache geklärt: aufsteigende Feuchte, defekte Leitung oder Kondensat. Ohne Ursachenbehebung hält kein Putz und kein Anstrich, und die Fläche sieht nach einem Jahr aus wie vorher.
Bekommen die Bewohner einen Ansprechpartner?
Ja, mit Name und Erreichbarkeit im Aushang. In der Praxis verhindert das die meisten Beschwerden – die entstehen fast immer dort, wo niemand weiß, wen er fragen soll.
Machen Sie auch einzelne Abschnitte?
Ja. Wenn die Rücklage begrenzt ist, lässt sich in Etappen sanieren, etwa Erdgeschoß und erstes Obergeschoß zuerst. Wichtig ist, dass Leitungen und Türen vorher geklärt sind, sonst passiert dasselbe in jeder Etappe.
Wie läuft die Abrechnung gegenüber der Eigentümergemeinschaft?
Nach Leistungsverzeichnis mit Mengen, getrennt nach Erhaltung und Verbesserung, Grundlage ist die ÖNORM B 2110 mit Abnahmeprotokoll und Rücklässen. Die Aufstellung lässt sich direkt in die Hausabrechnung übernehmen.
Wie schnell bekomme ich ein Angebot?
Begehung binnen fünf Werktagen in ganz Wien, Angebot innerhalb von zwei Werktagen danach – als prüffähiges Leistungsverzeichnis, nicht als Pauschalsumme.

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